Trauerhalle wird gebaut

Die Verantwortung der Ev.-Luth Kirchengemeinde für das Bestattungswesen mit Friedhöfen und Leichenhallen ist ein Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Diese ist der Edewechter Kirchengemeinde historisch zugewachsen, wie in ländlichen Strukturen üblich. Das hat sich über Jahrhunderte so entwickelt und ist auch heute ein tragfähiges Modell. Dazu gehört neben der Erfüllung von Verwaltungs- und gärtnerischen Friedhofsaufgaben auch die Verfügbarkeit von Leichenhallen, einschließlich deren technische Einsatzbereitschaft und ununterbrochene Nutzbarkeit.

Gerade diese Eigenschaften sind seit vielen Jahren bei der Edewechter Leichenhalle nicht mehr vollständig gegeben, bzw. ihre Aufrechterhaltung mit sehr hohen Kosten verbunden. Und der Andachtsraum deckt den steigenden Bedarf nicht mehr. Trauerfamilien und Trauergäste erwarten heute mehr. Die seit einigen Jahren zurückgehende Nutzungshäufigkeit war gewissermaßen eine Abstimmung mit den Füßen. Nicht nur die Weiterentwicklung der Abschiedskultur, sondern auch gesetzliche Auflagen und die demografische Entwicklung waren ausschlaggebend für die Entscheidung zum Neubau. Die sehr kostspielige Renovierung des alten Bestandes schied deshalb als Lösung aus.

Mit einem vergrößerten Andachtsraum wird der Nutzungszweck gegenüber einer Leichenhalle früherer Vorstellungen deutlich erweitert. Die neue Bezeichnung „Trauerhalle“ wird dem gerecht, unbeschadet der gleichzeitigen Erfüllung aller Auflagen für das gesetzlich Vorgeschriebene (Lüftung, Kühlung, umfangreiche hygienische Anforderungen und Sicherung). Aus der abgedruckten Skizze des Grundrisses ist ersichtlich, welcher Aufwand dafür nötig ist. Die Erfahrungen mit vielen Trauerfamilien zeigen, wie wichtig der dort vorgesehene Abschiedsraum geworden ist.

Bei den Vorüberlegungen spielte die Finanzierung eine bedeutende Rolle. Die Kirchengemeinde führt für die Friedhofsangelegenheiten einen in sich geschlossenen Gebührenhaushalt, der sich aus den Gebühren vollständig selbst tragen muss. Die erwirtschaftete Rücklage ist für Renovierungen, größere Anschaffungen für den Maschinenpark und für Neuerschließungen und Einrichten von Anlagen (z.B. des in Planung befindlichen pflegeleichten Urnengräberfeldes) unabdingbar. Die dort verfügbaren Mittel decken aber die erwarteten Gesamtkosten für dieses Vorhaben nicht. Die Trauerhalle ist mit 400.000 Eur veranschlagt. Auf Antrag des Gemeindekirchenrates hat die Gemeinde Edewecht einen Zuschuss in Höhe von 100.000 Eur zugesagt. Der Rest wird durch ein internes Darlehen gedeckt, welches aus den erwarteten Gebühreneinnahmen zurückzuzahlen ist.

 

Inzwischen sind die Vorplanungen abgeschlossen. Ein würdiger Platz ist gefunden worden (zwischen HOT und Ehrenmal), der Gemeindekirchenrat hat sehr ausführlich, oft kontrovers, aber am Ende mit großer Mehrheit entschieden. Die Finanzierung ist unter Dach und Fach und das kirchenaufsichtliche Genehmigungsverfahren bei der Ev. Kirche in Oldenburg / unserer Landeskirche ist ebenfalls abgeschlossen. Am 07. Februar sind die Pläne des Architekten J. Helmerichs dem Bauausschuss des Rates der Gemeinde Edewecht vorgestellt worden. Und ganz wichtig: die Öffentlichkeit war jederzeit hergestellt durch die Einladungen zu den Gemeindekirchenratssitzungen und durch ausführliche Berichterstattung in der Nordwest Zeitung. Nächste Schritte werden sein: Beantragung der Baugenehmigung  und die Ausschreibungen.    –    Aus heutiger Sicht streben wir die Fertigstellung für dieses laufende Jahr an.

Die sehr gründlichen Vorberatungen mit allen Beteiligten und Entscheidungsträgern lassen den zügigen Abschluss dieser Planungsphase erwarten. Nächste Schritte werden sein: Beantragung der Baugenehmigung und die Ausschreibungen. Aus heutiger Sicht wird die Fertigstellung noch für dieses Jahr angestrebt. n

Dirk v. Grone

Kommentare sind geschlossen.