Eine Brücke für Afrika

175 Jahre Norddeutsche Mission

„Mission? Im Jahr 2011? Was soll das denn – und überhaupt, die Missionare haben den Einheimischen damals ihre kulturelle Identität geraubt und sie unglücklich gemacht.“ So oder ähnlich reagieren viele Menschen, wenn ihnen klar wird, dass auch unsere Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg Partnerkirche eines Missionswerkes ist – der Norddeutschen Mission (NM).

Selbstverständlich haben sie mit ihrem Einwand Recht, aber wie immer im Leben ist das nur ein Aspekt einer sehr komplexen Angelegenheit. Der mangelnde Respekt vor der jeweils anderen Kultur und die vermeintliche Überlegenheit alles „Weißen“ stehen dem Ziel von Bildung und Entwicklung für alle gegenüber. In der Geschichte der meisten Missionswerke gab es einerseits Zwangsbekehrungen, andererseits aber auch immer den Aufbau von Schulen, Hochschulen, Krankenstationen und Infrastruktur.

Im Geburtstagsjahr 2011 blickt die Norddeutschen Mission, der gleichberechtigt vier deutsche und zwei afrikanische Kirchen angehören, natürlich auch auf ihre Vergangenheit. Ebenso wichtig oder wichtiger sind aber die Probleme der Gegenwart und der Zukunft angesichts einer globalisierten Welt.

Die „Brücke“ nach Afrika ist längst keine Einbahnstraße mehr, die Verkündigung des Evangeliums und die Konsequenzen daraus sind die zentrale gemeinsame Aufgabe aller Partnerkirchen.

In einem Infoblatt der Norddeutschen Mission findet sich der Satz: „Als Glaubende verstehen wir weltweite Ungerechtigkeit, Leiden und Not von Menschen nicht als unabwendbares Schicksal. Die Liebe und die Kraft Gottes setzt uns – Menschen in Nord und Süd – in die Lage, uns gegenseitig zu helfen, Leben zu gestalten und für Freiheit, Menschenwürde und die Erhaltung der Schöpfung einzustehen.“

Aufgabenbereiche der Norddeutschen Mission sind u.a. die Unterstützung von Selbsthilfeprojekten, der Aufbau nachhaltiger Entwicklungsprojekte in der Landwirtschaft, die Förderung interkultureller Begegnungen, der Kampf gegen Kinderhandel und Kinderarbeit in Westafrika, Aids-Aufklärung, Gesundheitsfürsorge, Aufklärung über das Recht auf Ernährung und sauberes Wasser, Arbeit an den Themen Welthandel und Weltwirtschaft.

Das Programm zum Jubiläumsjahr ist bunt und umfangreich! Ob Kino, Musik, Märchenlesung oder Vortrag: Bitte informieren Sie sich am „schwarzen Brett“ im HOT oder telefonisch bei Imke Martens, Tel. 04405-4777. Informationen über die NM gibt es auch im Internet unter www.norddeutschemission.de.

Imke Martens

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