Visionen für die Zukunft

Das zentrale siebenteilige Bild der Ausstellung

Nur gemeinsam haben wir eine Zukunft – das ist die Botschaft der Ausstellung, die im Mai 2011 im Haus der offenen Tür zu sehen war. Viele Besucher, besonders auch Konfirmanden diskutierten über die Collagen, Drucke und Gemälde, in denen junge Menschen aus Ghana, Togo und Deutschland gemeinsam ihre Visionen angesichts von Globalisierung und Umweltkatastrophe thematisieren. „5 vor 12“ ist es auf der Uhr, und nur ein geschwisterlicher Handschlag führt dazu, Gegensätze und Zerstörung zu überwinden: Was kann jeder einzelne zur Lösung der drängenden Probleme beitragen?

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Workcamps mit Jugendlichen aus Deutschland und Westafrika, in dessen Verlauf Teilnehmende aus Ghana unter der Leitung des Jugendpfarrers auch zu Gast in der Kirchengemeinde Edewecht waren.

Zur Eröffnung informierte Imke Martens, eine der Initiatorinnen, die diese Ausstellung nach Edewecht geholt hatten, über die Arbeit der Norddeutschen Mission. Die Veranstaltung wurde musikalisch vom Rock-Pop-Jazz-Projekt unter der Leitung von Manfred Saathoff begleitet.

 

Bilder von der Ausstellungseröffnung:

 

Auszüge aus der Ansprache von Imke Martens zur Ausstellungseröffnung:

„Zunächst einmal möchte ich kurz erklären, wie es dazu gekommen ist, das wir die Ausstellung „Visionen für die Zukunft“ nach Edewecht holen konnten. Zum einen gibt es dafür einen äußeren Anlass, nämlich den 175 Geburtstag der Norddeutschen Mission, kurz NM. Die NM ist wie viele wissen, „unser“ Missionswerk, sprich das Missionswerk, zu dem auch die Oldenburger Kirche gehört. Außer unserer Kirche gehören die Bremer ev. Kirche , die Reformierte Kirche, die Lippische Kirche, die ev.-presbyt. Kirche von Ghana und die ev.-presbyt. Kirche von Togo dazu. Seit einigen Jahren sind die beiden afrikanischen Schwesterkirchen gleichwertige Mitglieder (…)

Soweit der äußere Anlass. Der innere Grund – und daran werden sich einige von Ihnen erinnern – ist die Tatsache, dass wir im vergangenen Jahr für eine Woche eine kleine Delegation aus Ghana in Edewecht zu Besuch hatten. Zwei junge Erwachsene und der für sie zuständige Jugendpastor aus Ho/Ghana hatten einen Teil ihres Aufenthaltes im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung , die sogenannte Familienphase, in Edewechter Familien verbracht. Und nun haben wir sozusagen das Ergebnis dieser Jugendbegegnung  hier vor uns stehen und hängen.

Imke Martens erläutert den Hintergrund der Ausstellung

In gemeinsamer Verantwortung mit der Ev. Jugend Oldenburg (oder den entsprechenden Abteilungen der anderen Kirchen) organisiert die NM bzw. der dort zuständige Jugendbeirat, in regelmäßigen Abständen trinationale Jugendbegegnungen. Die Begegnung im letzten Jahr war die sechste. Manchmal sind die Umstände widrig, wie z.B. in dem Jahr der politischen Unruhen in Togo, als die togoische Schwesterkirche aus Sicherheitsgründen kurzfristig von der Verantwortung zurücktrat und die Ghanaische Kirche spontan eingesprungen ist. Die Jugendlichen aus Togo wurden über die grüne Grenze hin und her geschmuggelt. Oder es kommt vor, dass die Deutsche Botschaft aus unerklärlichen Gründen ein Visum verweigert, wie im letzten Jahr, als einer ghanaischen Jugendlichen ein bereits erteiltes Visum wenige Tage vor der Abreise wieder entzogen wurde.

In den letzten Jahren beschäftigten sich die jungen Leute regelmäßig mit dem Oberthema „Globalisierung und ihre Folgen“. Dabei gab es z.B. auch klassische Naturschutz-Programme zur Wiederaufforstung.

Im letzten Jahr wurde zum ersten Mal eine Annäherung an das komplexe Themengebiet mit Hilfe von kreativen Methoden  ausprobiert. Unter Anleitung einer Kunstpädagogin haben die Jugendlichen zunächst verschiedene Techniken gelernt – in Afrika gibt es keinen Kunstunterricht! – und sie können sehen, dass sie dabei durchaus Erfolg erzielt haben. Linolschnitt, Collage, Zeichnung in der Natur dienten der Vorbereitung für das große Gemälde. Die wesentliche Aufgabe der Kunstpädagogin bestand übrigens darin,  Scheu und Schüchternheit abzubauen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu wecken. Zur inhaltlichen Vorbereitung hatte die Gruppe übrigens u.a. das Klimahaus in Bremerhaven und ein Windenergie-Unternehmen besucht.

Es ist unschwer zu erkennen, welche Botschaft den Künstlerinnen und Künstlern unter den Nägeln brennt: Die Zeit läuft!

Versteppung von ehemals fruchtbaren Böden, grundlegende Klimaveränderungen, Trinkwassermangel und Landflucht sind nur einige der im Bild angesprochenen Themen. Das Paradies ist bereits nachhaltig gestört. Wir sitzen auf einer Zeit – Bombe und wir sind alle verantwortlich dafür, wie es weiter geht. Jede und jeder einzelne kann/muss etwas dazu beitragen, dass das empfindliche Gleichgewicht der Natur geschützt wird. Wir können die Uhr nicht zurückdrehen (…)

Was auch immer den Jugendlichen an Lösungen durch den Kopf ging: sie sind sich einig, dass es nur gemeinsam klappen kann. Dass es möglich sein muss, über Länder- und Kulturgrenzen hinweg das gemeinsame Interesse am Erhalt dieser Erde zu stärken. Und sie sind sich einig, dass wir dazu die Hilfe des Heiligen Geistes benötigen, weil wir es alleine nicht schaffen werden.

Eine gute und wichtige Möglichkeit an einer gemeinsamen weltweiten Basis zu arbeiten, ist die Begegnung, wo immer das möglich ist. Das gilt nicht nur für Jugendliche, sondern auch für uns Ältere, die wir oft festgefahren sind in unseren lebenserfahrungsbedingten Ansichten. Nur im Austausch lernen wir uns und die anderen kennen. Besonders beeindruckt hat mich die Aussage einer jungen Frau aus Ghana, die, nach einer zentralen Erfahrung in Deutschland gefragt, antwortete: ich habe gelernt, dass die einzigen Unterschiede zwischen uns unsere Sprache und die Farbe unserer Haut sind (…)“

 

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