Von Andacht bis Zwischenbilanz

Gruppenbild Schulung

Die Teilnehmenden aus Edewecht und Bad Gandersheim

Die Herbstferien waren für die Evangelische Jugend mal wieder die Zeit der Mitarbeiterschulung. Bereits seit 1987 arbeiten die Kirchengemeinde Edewecht und die Evangelische Jugend der Probstei Bad Gandersheim dabei zusammen. In diesem Jahr war der Dürerhof in Waldkappel Gehau, der Veranstaltungsort. Insgesamt 32 Jugendliche wurden hier von 5 ehren- und hauptamtlichen Teamern geschult, drei junge Leute waren für die Verpflegung der Gruppe zuständig.

Sonntag, 16.10.

Am Anfang waren alle ziemlich nervös. Was würde wohl auf uns zukommen? Teilweise mit Freunden, teilweise auch alleine ging es aus Edewecht, Petersfehn und verschiedenen Orten der Propstei (Kirchenkreis) Bad Gandersheim per Bus oder Zug auf nach Gehau, einem Dörfchen zwischen Kassel und Eschwege.

Angekommen, begann der erste Kontakt mit den 13- bis 17-jährigen Teilnehmern, die später einmal gerne Betreuer werden möchten. Erst ein wenig scheu, aber schon bald wurden wir offener und es entstanden die ersten richtigen Gespräche. Nach der Zimmeraufteilung trafen wir uns zu den ersten Kennenlernspielen.

Daraufhin gab es, wie ab jetzt jeden Tag, das Abendessen und dann wurde weitergespielt. Später gab es um 22:15 Uhr eine Andacht, die ebenfalls täglich stattfand und durch die absolute Stille der Zuhörer für eine unglaublich beeindruckende Atmosphäre sorgte. Nach diesem anstrengendem Tag fielen wir alle todmüde um 0 Uhr ins Bett.

Montag, 17.10.

Alle gingen frisch geduscht, aber dennoch leicht schläfrig zum Frühstück, was die „Küchenteamer“ Arne Bornemann, Urte Harbers und Melanie Kruse für uns herrichteten. Danach wurde uns bei der „Spielpädagogik“ beigebracht, wie wir als spätere Betreuer Spiele erklären und als Mitspieler agieren können.

Nach dem Mittagessen ging es darum, sich kreativ mit Texten aus der Bibel auseinander zusetzen. Abends gab es verschiedene Workshops in denen man Musik machen, Mah-Jongg (ein chinesische Gesellschaftsspiel) erlernen oder Filzen konnte. Beim Musik/Rhythmus-Workshop war es völlig egal, ob man schon musikalische Vorkenntnisse besaß oder nicht. Es entstanden am Ende grandios klingende Songs. Mit dem lauten und freudigem Gesang verschafften wir uns im gesamten Haus unfreiwillig Gehör. Alle waren begeistert. Gegen Abend jedoch wurde es für die Mitarbeiter ziemlich stressig, weil die neuen Freunde ihre Nacht trotz der eigentlichen Nachtruhe zusammen verbringen wollten.

Dienstag, 18.10.

Morgens erschienen also alle noch ein bisschen müder als am Vortag zum Frühstück. Natürlich waren alle pünktlich – wie die Deutsche Bahn. Es ging weiter mit dem zweiten Teil der Spielpädagogik und einer anderen Weise sich kreativ mit den Bibeltexten zu beschäftigen.

Abends dann eine Runde mit verschiedenen Gesellschaftsspielen. Man spielte mit vielen verschiedenen Leuten viele verschiedene Spiele. Ob Karten-, Brett- oder sonstige Gesellschaftsspiele – alle hatten großen Spaß und verstanden sich sehr gut untereinander. An diesem Abend wurde es ziemlich schnell ruhig, da uns gedroht wurde, dass wir kein Frühstück bekommen, wenn wir noch auf die anderen Zimmer gehen.

Mittwoch, 19.10.

Aus diesem Grund erwachten wir alle fit und ausgeschlafen am nächsten Tag. Vormittags trainierten wir, als Teamer Sachen zu organisieren. Daraus entstand in unserer Gruppe eine unglaublich witzige Situation: Wir hatten bestimmte Rollen zugeschrieben bekommen (z.B. Pessimist, Optimist, Nervensäge etc.). In unserer Kleingruppe verkörperten zwei Jungen mit unglaublich durchdringenden und lauten Stimmen die beiden negativen Rollen. Die drei Mädchen hatten keine Chance, dagegen an zu kommen und nicht viel zu lachen.

Nachmittags hatten wir den dritten und letzten Teil der Spielpädagogik. Abends ließen wir in der sogenannten Zwischenbilanz die erste Hälfte der Woche Revue passieren ließen und schätzten uns selbst und gegenseitig ein: Wie aktiv im Programm? Wie geht es mir in der Gruppe?

Donnerstag, 20.10.

Heute übten wir, wie wir später als Teamer in schwierigen Situationen mit den Teilnehmern umgehen können. Nachmittags bereiteten wir das große Fest, das am Abend stattfinden sollte, in vielen verschiedenen Kleingruppen vor.

Wir hatten eine Gruppe für Sketche, Musik und zum Beispiel das Moderations-Team, das äußerst unterhaltsam durch den Abend führte. Es gestaltete eine „Wetten, dass…“ ähnliche Show mit den Stargästen Sorian Filbereisen, Petra Zwegart, Karl Lagerwiese und dem allseits bekannten Gehauer-Rapper „MC Arche“.

So entstanden zwei unglaublich lustige Stunden mit allen möglichen kreativen Aktionen. Die anschließende Disco war aufgrund der anstrengenden „Gehau-TV“-Show allerdings nicht mehr so gut besucht. Wir durften an diesem Abend sogar bis 01:00 Uhr wach bleiben und am nächsten Tag eine Stunde länger schlafen.

 

Freitag, 21.10.

Aufgrund der einen Stunde später kamen alle hoch motiviert und fast pünktlich zum Frühstück. Leider fiel aufgrund des Wetters die Wald- und Erlebnispädagogik aus. Statt dessen vertieften wir das bisher Gelernte noch einmal. Dann beschäftigten wir uns nochmal mit dem Auswerten verschiedener Bibeltexte und Gleichnisse – wieder auf eine andere kreative Art: Während die einen in der Natur einfach Plakate malten und ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten, spielten andere Theater oder nahmen eine selbst modernisierte Form eines Gleichnisses als Hörspiel auf. Als dieses vorgespielt wurde, führte das zu allgemeiner Belustigung. Abends gab es wieder Workshops. Eine Gruppe probierte aus, wie man im Haus Minigolf spielt.

Samstag, 22.10.

Nach dem Frühstück begannen wir mit der Dokumentation. Alle Spiele und Methoden wurden schriftlich festgehalten und werden uns später als Heft zugeschickt. Am Nachmittag ging es um die Organisation der Evangelischen Jugend und Möglichkeiten, das Gelernte einzusetzen.

Am Abend feierten wir unseren Abschiedsabend. Die ersten Tränen flossen schon und die Stimmung war teilweise traurig, teilweise aber auch sehr gut, weil wir noch den letzten Abend mit den neu gewonnenen Freunden verbringen konnten.

Während einer Nachtwanderung durch die Umgebung setzten wir uns nochmal mit der Woche auseinander. Das, was uns noch auf dem Herzen lag, konnten wir später den anderen durch Briefe mitteilen.

Sonntag, 23.10.

Morgens war großes Aufräumen angesagt. Nach dieser so gut wie problemlosen Aktion ging der große Abschied los. Wir hatten eine wunderschöne Woche mit klasse Leuten, super Betreuern wie Geeske Martens, Julia Weitze, Lisa Wraase, Bernd Cremer und Volker Austein, einer beeindruckenden Atmosphäre und einer zusammenhaltenden Gruppe.

Marie Höfel (Greene), Noah Welz (Friedrichsfehn)


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