Bilanz der letzten sechs Jahre

Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Dirk v. Grone

Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Dirk v. Grone zieht eine Bilanz der am 31. Mai 2012 zu Ende gehenden Wahlperiode:

Für eine Kirchengemeinde stehen die Ziele aus der Kirchenordnung obenan und sind Richtschnur und Gradmesser für die Erfüllung ihrer Aufgaben. Dort steht sinngemäß: „Die Gemeinde ist dazu berufen, mit Wort und Tat Christus als den Herrn und Heiland vor allem Volk zu bezeugen. Die Pfarrer sind zur Verkündigung und Sakramentsverwaltung berufen und für besonders Gottesdienst, Seelsorge und Unterricht verantwortlich. Der Gemeindekirchenrat hat die Pfarrer darin zu unterstützen.“ Ob das im Verlaufe der Wahlperiode 2006 – 2012 in jeder Beratung zum Ausdruck gekommen ist, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, ob die große Linie stimmt und ob sich Abweichungen im Rahmen der allgemeinen Entwicklung gehalten haben.

Ein paar Zahlen

Zahlen sind nicht alles, geben aber Auskunft über Entwicklungen: Die Zahl der Gemeindeglieder ist von 2006 bis zum 31.12.2011 von 10.925 auf 10.577 abgesunken (minus 3,1%), im Vergleich zur gesamten EKD (minus 5,6%) stehen wir noch relativ gut da.

Die Haushaltsvolumen sind in diesem Zeitraum um ca. 8 Prozent gewachsen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass alleine die vier Haushalte der Kindertagesstätten und der Gebührenhaushalt für die Friedhöfe rund 73 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen. Das Kapitalvermögen konnte trotz erheblicher Aufwendungen für Bauunterhaltungsmaßnahmen auf dem Stand von 2006 gehalten werden (mit 1,2% leicht im Plus). Alle Haushaltszahlen sind durch ihre Beratung und Beschlussfassung in öffentlichen Sitzungen des Gemeindekirchenrates für jedermann zugänglich.

Gemeindearbeit

Einige ausgewählte Bereiche verdeutlichen die engagierte und kompetente Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Gemeinde.

Die regelmäßigen Gottesdienste (auch und gerade in der seit Herbst 2010 andauernden Vakanz in Süddorf), das außerordentliche konstant hohe Konfirmandenaufkommen und die große Zahl kirchlicher Gruppen und Kreise sprechen eine deutliche Sprache.

Vier Kindertagesstätten gehörten während der ganzen Wahlperiode zu den Werken der Kirchengemeinde. Ihre Entwicklung ist geprägt von Kontinuität und professioneller Qualitätsentwicklung.

Ebenso wie für die Kindertagesstätten ist die Kirchengemeinde Träger der vier gemeindlichen Friedhöfe mit allen Pflichten, Konsequenzen und Rechten; sie handelt als Körperschaft des Öffentlichen Rechts, beschließt Satzungen, die auch für Konfessionslose gültig sind. Die Friedhöfe erfahren laufende Verbesserungen, werden den sich ändernden Bedürfnissen und der sich wandelnden Bestattungskultur maßvoll angepasst; das neue pflegeleichte Gräberfeld auf dem Eschfriedhof war ein wichtiger Schritt in diese Richtung, die geplante Trauerhalle ein weiterer.

Die Kirchenmusik hat über die sechs Jahre einen guten Weg genommen – Bewegung und zeitlich versetzte Erneuerung in den verschiedenen Chören eingeschlossen.

Das begrifflich etwas aus dem Blick geratene Handlungsfeld Gemeindediakonie hat dieser Gemeindekirchenrat wieder strukturiert, allerdings noch nicht wirklich mit Leben gefüllt. Die vielfältige Arbeit mit Erwachsenen gehört in allen drei Pfarrbezirken zu unseren Stärken. Wegen ihrer 100-jährigen Tradition soll hier die Evangelische Frauenhilfe beispielhaft genannt werden.

Mit der Evangelischen Bücherei („Bücherkeller“) betreibt die Kirchengemeinde eine in der Landeskirche einzigartige Einrichtung, weil professionell geführt. Die Kosten tragen die Gemeinde Edewecht und die Ev.-Luth. Kirchengemeinde je zur Hälfte.

Unsere Jugendarbeit im HOT bildet die Jugendlichen überwiegend zu Gruppenleitern/-innen in der Jugendarbeit (Erwerb der JugendLeiterCard) aus. In Süddorf findet klassische Jugendarbeit in zwei Gruppen mit gutem Zulauf statt.

Die Kirchengemeinde ist sicht- und wahrnehmbarer geworden. Unsere Öffentlichkeitsarbeit mit Kark un Lüe (NWZ-Vertriebssystem), der Internetseite Kark un Lüe und mit dem neuen Logo kann sich sehen lassen.

Fazit

Der 2006 konstituierte Gemeindekirchenrat hat – bis auf einen – alle ursprünglichen Ersatzältesten integriert. In 65 ordentlichen Sitzungen, umfangreicher Ausschussarbeit und mit rund 150 verschiedenen Beschlüssen hat er die Kirchengemeinde auf Kurs gehalten. Die Formen der Meinungsbildung waren nicht immer streitfrei – im Sinne von Meinungsstreit aber auch förderlich und am Ende mit gutem Gesamtergebnis.

Die Kirchengemeinde kann sich auf motiviertes Personal abstützen einschließlich einer aktiven Mitarbeitervertretung. Die Verwaltung ist leistungsfähig, die Strukturen sind lebendig.

Wir hinterlassen unseren Nachfolgern einige Baustellen:

  1. Nachbesetzung der Pfarrstelle  Edewecht II in Süddorf
  2. Fortsetzung der Arbeit an der Gemeindekonzeption – und diese mit Leben erfüllen
  3. Neubau der Trauerhalle
  4. Gemeindediakonie

Unter dem großen Strich: Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Edewecht erfüllt ihren Auftrag in dem eingangs genannten Sinne. Ich sehe uns gut aufgestellt und auf gutem Wege. Allen, die dazu beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Bei Gott ist alles gut aufgehoben.

Dirk v. Grone

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