Zukunftskongress: Die Landeskirche hat gerufen …

… und viele sind gekommen. Auch ein Dutzend Frauen und Männer aus Edewecht  sind der Einladung gefolgt und haben an den zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen. Und es hat sich gelohnt! Wie ein Roter Faden hat sich durch alle Foren und Workshops hindurch gezogen, was Bischof Jan Janssen in seiner Eingangspredigt sagte: Nur wer jetzt säet, kann auch ernten. Eine Gemeinde, die sich selbst genug ist, nur verbraucht, wird keine Ernte einfahren. Die scheinbar widerstandsfreie Methode „von der Hand in den Mund“ fällt auf die nachfolgenden Generationen zurück. Deshalb ist alles Vorläufige und nur Gefällige wie ein Samenkorn auf Felsen oder in Dornen – es bringt keine Frucht (Luk 8,11). Wir alle sind verantwortlich für die Zukunft unserer Kirche! 

Zukunftskongress

Auftakt des Kongresses: Die Oldenburger Synodalpräsidentin Sabine Blütchen, die Projektleiterin des Kongresses Pfarrerin Christiane Geerken-Thomas, EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider, die Referenten der Eröffnungsveranstaltung Prof. Ulrike Link-Wieczorek und Prof. Gunter Dueck sowie der Hannoveraner Landesbischof Ralf Meister (v.l.)

Was sind die Erwartungen für die Zukunft?

Der Kongress hat zwar die ganz großen Fragen nach Zusammenschluss mit der Hannoverschen Landeskirche und nach einer Mittelinstanz (Stichwort Superintendent) ausgeklammert, war ansonsten aber thematisch umfassend auf die Schlüsselfrage „Was erwarten wir von unserer Kirche in 2030?“ strukturiert und exzellent vorbereitet.

Hintergrund sind die absehbaren Veränderungen in unserer Kirche bis zum Jahr 2030: deutlich weniger Gemeindeglieder durch  in erster Linie anhaltend höhere Sterberaten als Geburten, dadurch geringere Einnahmen und auch weniger Pastoren in den Gemeinden. Deshalb muss jetzt umgesteuert werden und nicht erst in 18 Jahren, wenn wir „mit dem Rücken zur Wand“ stehen.

Auch heiße Eisen wurden nicht ausgeklammert: Wer alles decken will, deckt am Ende gar nichts! Mit anderen Worten: wer etwas Neues beginnt, muss mit etwas Altem aufhören, sonst wird es schnell zur Überforderung von Pastoren sowie Haupt- und Ehrenamtlichen kommen. Und jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Folglich muss auf allen Ebenen beraten und entschieden werden, was weiter bestehen soll, was in Kooperation mit Nachbargemeinden geht oder gar gestrichen werden muss.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Jeder Teilnehmer musste sich auf zwei Foren oder Workshops konzentrieren. Die Palette war umfangreich und reichte von „Die Ortsgemeinde im Jahr 2030 – Kirche der Zukunft oder Auslaufmodell?“ über „Woran glauben wir? Woran zweifeln wir? Und wen interessiert das? Identitäten und Relevanz der Kirche“  bis „Kinder und Jugendliche“ (breites Feld!) und „Generationendialog – Raus aus den Schubladen. Wie steht es um das „Vakuum“ zwischen Konfirmation und Seniorenkreis?“ In allen Foren und Workshops waren die Teilnehmer zur Gewichtung von sogenannten Wegweisern aufgerufen.

Wie geht es weiter und wie sind wir in Edewecht betroffen? Der Reformausschuss der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg wird die Kongressergebnisse zusammenstellen und veröffentlichen. Danach werden die Ergebnisse erneut gewichtet und der Herbstsynode vorgestellt. Diese wird einen Beratungsprozess einleiten und muss sich zu Entscheidungen durchringen. Dabei kann sie Anleihen bei anderen Landeskirchen machen, die z.T. längst bei der Evaluation angelangt, also zwei ganze Schritte weiter sind. Unsere Kirchengemeinde hat mit der Erarbeitung ihrer Gemeindekonzeption im Jahre 2009 begonnen und für die Hälfte der ausgewählten Handlungsfelder Fern- und Nahziele bestimmt. Dieser Vorsprung versetzt uns in die Lage, auf solider Basis die vielfältigen Kongressergebnisse (später auch die Synoden-Ergebnisse) in unsere Vorstellungen und Zielsetzungen einfließen zu lassen, bzw. diese behutsam nachzujustieren.

Dirk v. Grone

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