Buchtipp: Lichter setzen auf grellem Grund

Renate Feyl wurde 1944 in Prag geboren und wuchs in Jena auf. Nach ihrem Studium veröffentlichte sie zahlreiche Essays und Romane. „Lichter setzen auf grellem Grund“ erzählt die Lebensgeschichte der Louise-Elisabeth Vigee (1755–1842), der bedeutendsten Porträtmalerin des 18. Jahrhunderts. Sie war für ihre Zeit eine sehr selbstbewusste Frau. Es wird in einem schnellen Tempo erzählt. Die Autorin schafft es sehr gut, die politischen Verhältnisse des 18. Jahrhunderts einzufangen und einen Eindruck von den Ereignissen im revoltierenden Paris zu geben. Sehr schön nehmen sich auch die gesellschaftskritischen Schilderungen aus. Die Autorin versteht es aber auch, die Malerei als Kunst lebendig werden zu lassen. Geschickt lässt sie ihre Kenntnisse um Pigmente, Farbmischungen und Entstehung eines Portraits in die Geschichte einfließen, ohne dass sie den Leser damit zu langweilen beginnt. Renate Feyl lässt „die Vigée“ als selbstbewusste Künstlerin auftreten, die sich ihres Wertes sehr wohl bewusst war. Sie bringt die Malerin mit namhaften Persönlichkeiten und bedeutenden Politikern zusammen.

Ingrid Habl

Renate Feyl: Lichter setzen auf grellem Grund;
Verlag Kiepenheuer & Witsch 2011; ISBN: 978-3-522-20125-4

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