Mit vielen Erfahrungen zurück nach Norddeutschland

Pastorin Rösler

Pastorin Dr. Tabea Rösler

Am 1. September 2012 beginnt Pastorin Dr. Tabea Rösler ihren Dienst in der Kirchengemeinde Edewecht. Nach 22-monatiger Vakanz ist damit die Pfarrstelle in Süddorf wieder besetzt. In diesem Artikel stellt sich Pastorin Dr. Rösler der Gemeinde vor:

Am 1. September beginnt mein Dienst in der Kirchengemeinde Edewecht. Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe. Mein Name ist Tabea Rösler, ich bin 38 Jahre alt und verheiratet. Mein Mann und ich haben einen neun Monate alten Sohn. Sie haben und Ihr habt uns mit offenen Armen hier in Edewecht empfangen. Dafür bin ich sehr dankbar! Ich hoffe und bin mir sicher, dass die Freude uns gegenseitig beflügelt und wir gemeinsam viel Gutes auf den Weg bringen.

Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich in Nordenham. Dort wuchs ich in einem Pfarrhaus auf. Der Beruf der Pastorin ist mir von Kindheit an vertraut und hat meinen Lebensweg geprägt. Auch mein jüngerer Bruder studierte Theologie und absolviert zurzeit das Vikariat.

Mein Herz schlägt für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, z.B. im Kindergottesdienst oder Konfirmandenunterricht. Ich krabbelte mit anderen Kindern um die Wette beim Kindergottesdienst, den mein Vater als Pastor mit begleitete. Nach meiner Konfirmation leitete ich in der Kirchengemeinde zwei Pfadfindergruppen für Grundschulkinder. Mit der Jugendgruppe stellten wir in unseren Gottesdiensten das Martin-Luther-Haus „auf den Kopf“. Auf Kirchentagen waren die Jugendgottesdienste auch Teil des offiziellen Kirchentagsprogramms.

An der Kirchlichen Hochschule in Bethel-Bielefeld nahm ich das Theologiestudium mit dem Erlernen der drei alten Sprachen Latein, Hebräisch und Griechisch auf. Das Studium ergänzte ich durch praktische Arbeit in diakonischen Einrichtungen: Ich besuchte Diakonissenschwestern im Seniorenheim und begleitete Menschen mit Behinderung im Rollstuhl zum Gottesdienst. Das Miteinander mit alten und kranken Menschen oder Menschen mit Behinderung ist mir vertraut. Die Kirche beschränkt sich nicht auf die vier Wände des Kirchengebäudes. Sie ist dort, wo Menschen sie brauchen.

In meinem Studium der Theologie und Philosophie bin ich weit herumgekommen. Die nächste Station war Heidelberg, eine Stadt, deren romantische Liebenswürdigkeit und kulturelle Weltoffenheit mich sehr beeindruckt haben. Heidelbergs französische Partnerstadt ist Montpellier. Ich konnte einen Lebenstraum verwirklichen und dort studieren.

Der Schwerpunkt des zweiten Studienjahres war das Auslandsvikariat in Aix-en-Provence an der Côte d’Azur. Eine malerische Landschaft zum Verlieben und köstliches Essen. Mit der Gemeinde unternahmen wir Spaziergänge mit Picknick am Fuße des Berges Sainte-Victoire. Oder Ausflüge zu den liebenswerten Provencedörfern durch Lavendelduft, Mohn- und Sonnenblumenfelder. Den Kindergottesdienst feierten wir unter Palmen und Olivenbäumen. Im Gemeindegarten stand auch ein großer Feigenbaum – pflücken erlaubt!

Zurück nach Heidelberg, schloss ich 2003 das Studium mit dem 1. Theologischen Examen ab. Ich entschied mich, eine Doktorarbeit zu schreiben und hatte dabei das Glück, auch Kirche und Glauben noch einmal ganz anders zu erleben. Ich schrieb die Doktorarbeit in den USA am Princeton Theological Seminary, unweit von New York. Die sog. „schwarzen Gottesdienste“ waren für mich eine neue Erfahrung. Vieles faszinierte mich und blieb zugleich auch Teil einer „anderen Welt“. Es schloss sich das Vikariat in der Kirchengemeinde Varrel, nahe Bremen, an. Auch hier war mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wichtig. So schufen wir zu Psalm 18 „Mit meinem Gott spring ich über Mauern“ eine moderne Rap-Komposition für den Gottesdienst.

Auf das Vikariat folgt der dreijährige sog. Probedienst als Pastorin. Ich begann diesen 2011 in der Kirchengemeinde Lemwerder. Zwei Konfirmandenprojekte prägten diese Zeit: zum einen der Wiederaufbau einer von Randalierern zerstörten Tonstele zum Thema „Integration“ vor der Moschee mit türkischen und deutschen Jugendlichen. Zum anderen die Begegnung von jungen und alten Menschen im Seniorenheim. Mit Beginn von Mutterschutz und Elternzeit endete auch die Zeit in Lemwerder.

Nun beginnt etwas Neues. Ich bin gespannt und freue mich, die Kirchengemeinde Edewecht mit ihren verschiedenen Ortschaften zu erkunden und Sie und Euch alle kennenzulernen.

Pastorin Dr. Tabea Rösler

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