Von der Idee zur Professionalität

Diakonie-Vorstand Thomas Feld (r.) im Gespräch
mit dem GKR-Vorsitzenden Dirk v. Grone

Diakonie, Diakonische Arbeit – was ist das eigentlich? Woher kommt es? Was bedeutet es? Auf diese Fragen wollte ich Antworten finden. Ein Gespräch mit Pastor Thomas Feld, dem theologischen Vorstand des Diakonischen Werkes Oldenburg, und ein Vortrag, den Thomas Feld zu diesem Thema gehalten hat, sind die Grundlagen für die folgenden Ausführungen.

Die Ursprünge des diakonischen Handelns führt Pastor Feld in seinem Vortrag auf die Geschichte von der Einkehr bei den Schwestern Maria und Martha zurück.  Die eine der Schwestern, Maria, setzt sich zu Jesus und hört ihm aufmerksam zu, während die andere ihn mit Essen und Trinken versorgt. Maria verkörpert die Kirche, deren Ziel es ist, Jesus Worte zu verbreiten. Martha steht für die Diakonie, dem tatkräftigen Dienst, um den Schwachen zu helfen.

Historisches

Lange Zeit war der diakonische Aspekt dem der Verkündigung untergeordnet. Erst Martin Luther (1483 – 1546) stellte das helfende Amt dem geistlichen gleich. Als im 16. Jahrhundert die Armut anstieg und in den Städten kommunale Gelder zur Verfügung gestellt wurden, übernahmen die Kirchengemeinden Verwaltung und Verteilung.

Aber erst im 19. Jahrhundert mit der industriellen Revolution und der Entstehung einer breiten sozialen Bewegung forderte Johann Hinrich Wichern (1808 – 1881) die Hinwendung zu den Ärmsten und gründete die Inneren Mission. So entstanden zum Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Einrichtungen für bedürftige oder kranke Menschen, wie zum Beispiel die Bodelschwingschen Anstalten von Bethel und das Rauhe Haus in Hamburg. Die kirchlichen Vertreter prägten mit der Diakonischen Idee die soziale Entwicklung in dieser Zeit. Diesen bahnbrechenden Impulsen verdankt die Diakonie bis heute ihre wesentlichen Strukturen. Zugleich liegt in ihnen das hohe Ansehen begründet, welches die Diakonie bis heute genießt.

Organisation

Das Diakonische Werk ist heute überwiegend landeskirchlich organisiert: In der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ist es ein eingetragener Verein, zu dessen Mitgliedern 117 Kirchengemeinden, 6 Kirchenkreise, 50 Einrichtungen und Einzelmitglieder zählen. Die Mitgliederversammlung wählt 52 Mitglieder für die Diakonische Konferenz, aus der neun Aufsichtsratsmitglieder hervorgehen. Die praktische Organisationsform ist vergleichbar mit der eines Unternehmens. Dieses Unternehmen wird durch zwei Vorstände, einem theologischen und einem kaufmännischen, geleitet.

Die Aufgabenfelder

Das Diakonische Werk ist Träger von Einrichtungen im Bereich der Altenpflege, der Jugendhilfe, der Suchtkrankenhilfe und anderer therapeutischer Einrichtungen. Vor Ort wird die professionelle diakonische Arbeit durch die Kreisdiakonie, bei uns das Diakonische Werk Ammerland, organisiert und durchgeführt. Dazu gehören schwerpunktmäßig die Bereiche Altenhilfe, Jugendhilfe, Förderung und Therapie sowie Suchtkrankenhilfe. Einzelheiten siehe auch unter http://www.diakonie-ammerland.de/.

Reichen dir Möglichkeiten und Kapazitäten vor Ort nicht aus, greifen die Einrichtungen des Diakonischen Werkes in Oldenburg. Dort werden auch Beratungen und Fortbildung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisdiakonie und der Einrichtungen angeboten.

Insgesamt ist das Diakonische Werk ein bedeutender Träger sozialer Einrichtungen in unserem Staat und bestimmt so auch die Sozialpolitik mit.

Erika Külbel-Schmidt


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