Der Abschied wurde feierlich begangen

Im Abschiedsgottesdienst

Am Sonntag, 21. Oktober 2012 ist die über sechs Jahrzehnte lebendige Patenschaft zur Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kunnerwitz mit einem Festgottesdienst in der St. Nikolai-Kirche beendet worden. Begonnen hatte alles in Zeiten größter Not, als die Ev. Frauenhilfe Edewecht Hilfspakete für die Menschen in der Kirchengemeinde in Deutsch-Ossig, in der DDR, gepackt und versandt hat. 

Trotz Umsiedlung der Menschen nach Kunnerwitz ist die Verbindung nach Edewecht nicht abgerissen. Gegenseitige Besuche mit Kirchenchor-Beteiligung haben die – seit der großen Wende 1989 in Partnerschaft umbenannte Verbindung – am Leben gehalten. Der frühere Pastor Christoph Müller und Almuth Rösick auf Edewechter Seite sowie Pastor i.R. Uwe Mader aus Kunnerwitz hatten wesentlichen Anteil am Gelingen dieser Verbindung. Pastor Uwe Mader hat nach dem Festgottesdienst seine Würdigung im Fürbitten- und Gästebuch der St.-Nikolai-Kirche niedergeschrieben:

„‚Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden …‘ 1. Petrusbrief 2

Vor 60 Jahren begann die Patenschaft zwischen der Kirchengemeinde Edewecht und Deutsch-Ossig (in der DDR weggebaggert, die Kirche gesprengt, die Menschen umgesiedelt), an der Lausitzer Neiße neben Görlitz gelegen. Eine neue Beziehung wuchs nach Kunnerwitz bei Görlitz, deren neuer Anker-Punkt das sanierte Schinkel-Kirchen-Ensemble wurde.

Patenschaft wurde zur Partnerschaft. Freundschaftliche Bande brachten Gemeindekirchenräte und Kirchenchöre zu einander. Mit dem Fall der entsetzlichen, das deutsche Volk trennenden Mauer begann durchaus ein neues Kapitel auch in den kirchlichen Beziehungsgeflechten. Besuche halfen beim Strukturieren – bis die offiziellen Landeskirchen die sehr speziellen Partnerschaften untereinander aufkündigten. ‚Edewecht – Kunnerwitz‘, das blieb. Wiedersehensfreude und Abschiedstränen, das blieb durch weitere Jahre – bis heute.

Heute, am 21. Oktober 2012, dem 20. Sonntag nach Trinitatis wurde aber auch diese Partnerschaft offiziell und organisatorisch für beendet erklärt. ‚Edewecht – Kunnerwitz‘ – die entstandenen Verbindungen bleiben. Die für Besucher immer offenen Türen bleiben hier wie dort. Und es bleibt nicht nur die geistliche Erneuerung an das, was an der Edewechter Kanzel zu lesen ist: ‚Verbum Dei Manet in Eternam‘.

Darunter stellen wir unsere Geschichte, unserem Heute und aller Zukunft!

Namens der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde Görlitz und im Auftrag

Uwe Mader, Pfarrer im Ruhestand
AD 21.10.2012″

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