Neugierig auf Menschen und Kulturen

Geeske mit Globus

Geeske Martens absolviert einen Freiwilligendienst in Togo

Ende August reist die Edewechterin Geeske Martens nach Togo in Westafrika, um dort einen einjährigen Freiwilligendienst zu absolvieren. Sie wird dort in einer Schule oder einem Kindergarten der evangelischen Kirche arbeiten. Organisiert wird der Aufenthalt von der Norddeutschen Mission – dem Missionswerk, zu dessen Trägern auch unsere oldenburgische Kirche gehört.

Schon lange hatte die Zwanzigjährige die Idee, nach dem Schulabschluss für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Aber warum nach Afrika? Fernweh, sagt sie, und die Neugierde auf andere Menschen und andere Kulturen: „In unserer Familie gibt es viele Kontakte zur Norddeutschen Mission, und immer wieder haben uns Gäste aus Togo oder Ghana besucht. Das hat mein Interesse an diesen Ländern geweckt.“ Geeske will später in einem sozialen Beruf arbeiten. Den Freiwilligendienst sieht sie als gute Vorbereitung und Hilfe bei der Berufswahl.

Intensive Vorbereitung

Zusammen mit einem Freiwilligen aus der Lippischen Kirche wird sie in Kpalimé leben und arbeiten, einer Stadt im Süden des westafrikanischen Landes nahe der Grenze zu Ghana. Die jungen Deutschen wohnen dort auf dem Schulgelände. Sicherlich werden sie sich auch in der Kirchengemeinde engagieren. „Dort z.B. im Chor zu singen hilft, Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen,“ berichtet Geeske von den Erfahrungen ihrer Vorgänger.

Aussendungsgottesdienst

Aussendungsgottesdienst in Heiden/Lippe

Die Norddeutsche Mission (NM) entsendet jedes Jahr vier Freiwillige nach Togo und Ghana. Interessenten müssen ein Auswahlverfahren durchlaufen und werden intensiv auf ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet. Die NM kooperiert dabei mit der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal. Insgesamt werden so 21 Freiwillige in Afrika und Asien betreut.

Auch während des Aufenthaltes kümmert sich die VEM um die jungen Leute. Vor Ort steht ein Mentor der togoischen Partnerkirche zur Verfügung, der den Freiwilligen hilfreich zur Seite steht.

Finanziert wird das Projekt von den Missionswerken und durch eine Förderung der Bundesregierung im Rahmen des Weltwärts-Programms. Die Freiwilligen bauen sich außerdem einen Unterstützerkreis auf, der den Einsatz während der einjährigen Laufzeit fördert und so die Fortführung des Programms ermöglicht.

Interkulturelles Lernen

In der Vorbereitung haben die jungen Leute auch ihre Motivation und ihre Rolle kritisch hinterfragt. Beim Freiwilligendienst gehe es nicht darum, den Menschen vor Ort in Afrika zu helfen, betont Geeske. „Wer ein Helfersyndrom hat, ist hier fehl am Platz. Für die Teilnehmenden steht das eigene interkulturelle Lernen im Mittelpunkt. Das wurde uns immer wieder deutlich vor Augen geführt.“

Seit fünf Jahren ist Geeske in der Jugendarbeit unserer Kirchengemeinde aktiv. „Die Erfahrungen aus der Jugendarbeit helfen mir bestimmt, wenn ich jetzt nach Togo gehe“, sagt sie. „Offen auf andere Menschen zuzugehen, das habe ich auch bei der Evangelischen Jugend gelernt.“

Am meisten freut sie sich auf die Begegnung mit den Menschen und auf die konkrete Arbeit. Respekt hat sie vor allem vor den Malaria-Mücken und vor den kulturellen und sprachlichen Barrieren, die es zu überwinden gilt. Die schwierige politische Situation in Togo stimmt sie nachdenklich. „Aber Angst habe ich deswegen nicht.“

Was wird sie am meisten vermissen? „Milch!“, ruft  sie lachend, und ergänzt: „Ach, das werde ich in einem Jahr wissen. Ich bin so neugierig auf das, was mich erwartet – da denke ich jetzt nicht darüber nach, was mir fehlen wird!“

Geeske Martens wird während ihres Togo-Aufenthaltes in Kark un Lüe über ihre Arbeit und das Leben vor Ort berichten. Außerdem schreibt  sie regelmäßig in ihrem Blog im Internet unter der Adresse www.togotogo.de über ihren Freiwilligendienst.

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