„Altsein“ als Thema der Besuchsdienstarbeit

Der Süddorfer Besuchsdienst zu Gast auf dem Eekenhoff

Der Süddorfer Besuchsdienst zu Gast auf dem Eekenhoff

 

Auf der Schnittstelle von Seelsorge und Gemeindediakonie sind die Besuchsdienste angesiedelt. Sie verfolgen das Ziel, dass alle älteren Gemeindeglieder mindestens einmal im Jahr von ihrer Kirche besucht werden. Dort, wo unsere PastorInnen aufgrund der übergroßen Gemeindegliederzahlen nicht alle persönlich erreichen können, steht eine Gruppe Ehrenamtlicher für die anfallenden Besuchsdienste bereit. 

Für den großen Bereich der beiden Pfarrbezirke West und Nord gibt es den Besuchsdienstkreis Edewecht mit Pastorin Regina Dettloff und Pastor Achim Neubauer. Im südlichen Pfarrbezirk um Pastorin Dr. Tabea Rösler teilen sich acht Frauen diese im besten Wortsinn ehrenamtliche Tätigkeit: Gerda Behrends, Elli Dorenbusch, Heike Frahmann, Küsterin Elfriede Henkensiefken, Insa Jeddeloh, Gerda Kahle, Heidi Lotysch und Martha Ottjes.

Regelmäßige Treffen

Jeweils zu Quartalsbeginn trifft sich dieser Kreis zur Feinabstimmung „Wer besucht wen?“. Dazu liefert das Kirchenbüro komplette Listen mit allen Gemeindegliedern ab dem 80. Geburtstag an die Küsterin und die Pastorin. Außerdem werden Gratulationsurkunden mit Pastorenunterschrift und kleine Präsente für die Jubilare / Geburtstagskinder bereitgehalten.

Im diesem Sommer traf sich der Besuchsdienstkreis im südlichen Pfarrbezirk zum Beispiel bei Gerda Kahle im Eekenhoff in Klein Scharrel. Diese Einrichtung für die Tagespflege gibt es seit einigen Monaten. In ihr werden ältere Menschen tage- oder halbtageweise betreut, aufgemuntert, in Bewegung gesetzt, mit anderen ins Gespräch gebracht und versorgt.

Biblische Grundlagen

So ist der Eekenhoff in geeigneter Ort, sich dem Thema „Altsein“ zu stellen. Seit Jahresbeginn bearbeitet die Besuchsdienstgruppe bei jedem Treffen ein theologisches Thema. Sie tut dies in Form einer Mitmachandacht. Alle gestalten gemeinsam diese Andacht durch ihre eigenen Gedanken, Fragen und Erfahrungen ausgehend von einem Bibelwort. Schnell entwickelt sich ein lebendiger Austausch und ist ein vertrauensvolles Miteinander spürbar. Besuchsdienstarbeit wird so zur Glaubensarbeit und geistlichen Stärkung im Glauben!

Auf dieser Grundlage ist es dann auch möglich, sich mit dem Altsein als Thema der Bibel und der Besuchsdienstarbeit auseinanderzusetzen. Denn Altsein ist ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Alt zu sein kann beglücken, weil ein alter Mensch oft über viel Erfahrung und Lebensweisheit verfügt. Doch Altsein macht vor allem auch Angst. Die Kräfte lassen nach, der letzte Lebensabschnitt wird begangen.

Im Buch des Propheten Jesaja (Jes. 46, 3-4) sagt Gott uns zu, dass er uns im Alter trägt, wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat und trägt. Gottes Hände halten uns fest, gerade auch im Alter.

Nach der Andacht gibt Gerda Kahle einen Überblick über die Einrichtung Eekenhoff und im Gespräch mit einigen Gästen des Hauses werden die Gedanken der Mitmach-Andacht konkret erfahrbar.

Praktische Fragen

Bei Kaffee und Kuchen werden dann die Listen durchgearbeitet und aufgepasst, dass kein Geburtstagskind übersehen wird. Dabei erfolgt auch ein reger Austausch über allgemein interessierende Besuchserfahrungen, den zeitlichen Aufwand, über immer wieder auftauchende Fragen der Besuchten. Bei Bedarf weist die Pastorin auch neu hinzukommende Ehrenamtliche in ihre Aufgaben ein: Verhalten beim ersten Besuch, wie mache ich kenntlich, dass ich von der eigenen Kirchengemeinde komme, Vertraulichkeit etc. Außerdem sind die Besuchsdienste von der Kirchengemeinde durch eine Unfallversicherung abgesichert.

Mit einem Dankeschön an die Gastgeberin, der Themenabstimmung für das nächste Treffen und einem gemeinsam gestalteten Segensgestus endete diese harmonische Vorbereitungs-Doppelstunde.

Dirk v. Grone 

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