Freiwilligendienst in Togo: Notfalls mit Zeichensprache

Motos - übliche Verkehrsmittel in Togo

Motos – übliche Verkehrsmittel in Togo

Die Edewechterin Geeske Martens (20) absolviert mit der Norddeutschen Mission einen Freiwilligendienst in einer Schule der Partnerkirche in Togo. In Kark un Lüe berichtet sie von ihrem Leben in Westafrika:

„Seit Ende August bin ich nun bereits in Togo, trotzdem kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich hier bin. Manchmal kommt es mir vor, als wäre ich erst gestern aus dem Flugzeug gestiegen.

Angekommen sind mein Mitfreiwilliger Johannes und ich in der Hautpstadt Lomé. Dort haben wir unsere ersten zehn togolesischen Tage verbracht. Lomé liegt direkt an der Küste an der Grenze zu Ghana und ist eine Stadt, die niemals schläft. Untergebracht waren wir in einer Gästewohnung der Kirche. Betreut wurden wir dort von Jeannette Bruce, die uns bekochte und von Emmanuel Amega, der sich um alles  andere kümmerte. So hatten wir Zeit, uns einzugewöhnen und uns ein bisschen an das Klima und die Umgebung zu gewöhnen.

Nicht alles lief reibungslos. So zog etwa beim Geld abheben gleich in den ersten Tagen der Bankautomat meine Karte ein. Zum Glück waren wir nicht allein unterwegs – dafür hätte mein Französisch am dritten Tag dann doch nicht ausgereicht. So habe ich hab die Karte aber schnell wiederbekommen, und seitdem funktioniert es problemlos.

Anfang September fuhren wir dann mit ein paar Tagen Verspätung nach Kpalimé, ca. 120 km nördlich von Lomé. Dort werden wir ein Jahr lang leben und arbeiten. Kpalimé ist mit gut 70.000 Einwohnern eine recht große Stadt unweit der ghanaischen Grenze, umgeben von grünen Berge und dementsprechend schöner Aussicht.

Während viele andere Freiwillige hier in Gastfamilien untergebracht sind, wohnen wir in einer Wohnung auf dem Schulgelände des Collège Protestant de Agome-Kpalimé, in dem wir arbeiten, gegenüber der Wohnung des Schuldirektors. Das Gelände ist von einer Mauer umgeben und es gibt zwei Wachmänner, die am Tor aufpassen, dass keine unbefugten Personen hereinkommen. Das Tor wird früh morgens aufgeschlossen und um 22 Uhr wieder abgeschlossen, was die Ausgehzeit am Abend beschränkt. Das ist aber nicht so schlimm, da der Tag-Nacht-Rhythmus hier ohnehin ein anderer ist. Die Sonne geht morgens gegen halb sechs auf und abends um sechs ist es – nach kurzer Dämmerung – stockdunkel.

Wir haben zwei Zimmer, Wohnzimmer, Bad, Balkon und Küche samt Gasherd und Kühlschrank zur Verfügung,  versorgen uns also großenteils selbst. Wir genießen den Luxus der eigenen vier Wände und der freien Essensauswahl, um die uns so mancher Freiwillige beneidet. Deswegen haben wir auch des Öfteren Besuch von anderen Freiwilligen, mit denen wir dann zusammen kochen und essen.

Auf dem Markt in Kpalimé

Auf dem Markt in Kpalimé

Nach einigen Verzögerungen hat Mitte Oktober die Schule begonnen, so dass wir jetzt ins Arbeitsleben eingebunden sind und sich so etwas wie Alltag einstellt. Vormittags von 6:50 bis spätestens 13:25 Uhr sind wir in der Schule. Den Nachmittag haben wir bis jetzt meistens frei. Die Zeit verbringen wir dann mit einkaufen, waschen, putzen, lesen, treffen mit Freunden oder anderen Freizeitbeschäftigungen. Abends wird gekocht, und dann geht’s verhältnismäßig früh ins Bett. Die Wochenenden verbringen wir ähnlich wie die Nachmittage oder mit Ausflügen in die Umgebung.

Neben der offiziellen Landessprache Französisch, wird hier Ewe gesprochen, eine von vielen Stammessprachen.  Meine Französischkenntnisse werden zwar besser, das Sprechtempo sorgt aber manchmal dafür, dass ich absolut nichts verstehe. Teilweise wird so schnell geredet, dass ich es nicht einmal schaffe rauszuhören, ob es Ewe oder Französisch ist. Für die alltägliche Kommunikation reicht mein Französisch aber meistens aus, und wenn nicht, gibt es ja Wörterbücher, Zeichensprache oder  Leute mit Englisch- und/oder Deutschkenntnissen, die aushelfen können. Sobald mein Französisch gut genug ist, werde ich schauen, ob ich Ewe lernen kann.“

Geeske Martens

Mehr Berichte und Fotos von Geeskes Leben in Kpalimé gibt es unter www.togotogo.de.

Die Norddeutsche Mission (NM) bittet um Spenden für den Unterricht mit Blinden an der Schule, an der Geeske arbeitet. Spendenkonto Nr. 1072727, BLZ 29050101 (Sparkasse Bremen) Stichwort: Kpalimé Blinde. Mehr Infos auf unserer Webseite unter ev-kirche-edewecht.de/nm-projekt. Am 8. Dezember 2013, dem 2. Adventssonntag, ist die Kollekte in den Gottesdiensten in der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Edewecht für dieses Projekt bestimmt.

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