Freiwilligendienst in Togo: Unterricht mit 50 Schülern

Schulandacht

Andacht für alle Schüler mit Schuldirektor Komi Gavlo in Kpalimé/Togo

Die Edewechterin Geeske Martens (20) absolviert seit August 2013 einen Freiwilligendienst in Togo. In Kark un Lüe berichtet sie von ihrem Leben in Westafrika:

Ich arbeite am Collège Protestant de Agome Kpalimé, einer Schule unserer togoischen Partnerkirche. Hier werden rund 750 Schüler der Klassen 5 bis 13 von 35 Lehrern unterrichtet. Eine Klasse besteht aus 40 bis 50 Schülern. In den öffentlichen Schulen sind es aber doppelt so viele. Jeder Schultag beginnt mit einer Andacht – montags im gesamten Schulverband, ansonsten klassenintern. Eine Besonderheit ist das angeschlossene Mädcheninternat, in dem 18 Mädchen leben, und die Blindenförderung, durch die 20 Blinde, in den normalen Unterricht integriert, eine Schulausbildung bekommen.

Der Beginn des Schuljahres verzögerte sich durch Lehrer, die wegen fehlender Bezahlung an den öffentlichen Schulen streikten. Auch wenn das an unserer Privatschule kein Problem ist, waren wir davon betroffen, weil kurzerhand alle Schulen des Landes für einige Wochen geschlossen wurden. Mittlerweile hat sich aber der Arbeitsalltag eingestellt.

Mein Mitfreiwilliger und ich begleiten und unterstützen die Lehrer Adzima Klou und Yao Adjicta in den Fächern Deutsch und Englisch. Unsere Aufgaben sind vielfältig und kommen dem normalen Arbeitsalltag eines Lehrers schon recht nah.

Wir konzipieren und korrigieren Tests und Klausuren für den Englisch- und Deutschunterricht und entlasten durch das Tippen auf unseren Laptops auch noch die Sekretärinnen. Außerdem bereiten wir den Deutschunterricht mit vor und unterrichten auch hin und wieder eigenständig. Eine Klasse hat erst im Herbst mit Deutsch angefangen, so dass wir uns gut einbringen können, ohne selber an den deutschen Grammatikregeln zu verzweifeln.

Es gibt regelmäßige Treffen aller drei Deutschlehrer an der Schule, an denen wir teilnehmen und gemeinsam über den Unterricht, Klausuren o.ä. beraten. Ab und an werden wir auch nach Vokabeln, Aussprache, Grammatik oder anderen Dingen gefragt, die wir als Muttersprachler zwar intuitiv wissen, aber nicht unbedingt erklären können. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass die Deutschlehrer deutlich mehr von Grammatikregeln wissen als wir.

Geeske Martens

Geeske Martens berichtet aus Togo

Jeden Montagnachmittag werden hier Klausuren geschrieben. An zwei Nachmittagen geben wir Nachhilfe für einige Schüler, die vom mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig in den sprachlichen gewechselt haben. Diese Schüler lernen jetzt Deutsch als weiteres Fach und müssen den Vorsprung ihrer Klassenkameraden von ein bis zwei Jahren aufholen. Wir versuchen, sie dabei bestmöglich zu unterstützen.

Insgesamt gefällt mir die Arbeit. Die Zusammenarbeit mit den anderen Lehrern und die Arbeit in der Klasse ist interessant und macht die meiste Zeit Spaß. Ich fühle mich im Kollegium sehr wohl und wir merken, dass wir mit unserer Arbeit tatsächlich Leute entlasten können. Wir müssen zwar darauf achten, dass die Schüler uns ernst nehmen, aber mittlerweile klappt auch das ganz gut.

Mehr von meinem Leben in Kpalimé gibt es unter www.togotogo.de.

Geeske Martens

Die Norddeutsche Mission (NM) bittet um Spenden für den Unterricht mit Blinden an der Schule, an der Geeske arbeitet. Spendenkonto Nr. 1072727, BLZ 29050101 (Sparkasse Bremen) Stichwort: Kpalimé Blinde. Mehr Infos auf unserer Webseite unter ev-kirche-edewecht.de/nm-projekt

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