Keine neue Kirchensteuer

Hartmut Pape

Hartmut Pape

Informationen zum geänderten Erhebungsverfahren der Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer) ab 2015 

Seit Wochen ist das Thema Abgeltungssteuer in aller Munde. Aktuell erhalten alle von Banken, Sparkassen oder auch Versicherungen Hinweise darauf, dass die Kirchsteuer auf Kapitalerträge (also z.B. auf Zinsen) ab dem 1. Januar 2015 automatisch einbehalten wird. Viele fragen sich nun, was ändert sich? Hartmut Pape, Leiter der Finanzabteilung beim Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, stellt Ihnen gern die Neuerungen vor.

Das Wichtigste zuerst: Führt die Kirche eine neue Kirchensteuer ein?

Hartmut Pape: Es gibt keine neue Steuer und keine Steuererhöhung – es handelt sich ausschließlich um eine Vereinfachung des bisherigen Verfahrens! Kirchenglieder zahlen auch jetzt schon Kirchensteuer auf ihre Kapitalerträge. Sie können sie jedoch künftig automatisch an die Finanzämter abführen.

Um welche Steuer geht es?

Es geht um die Kapitalertragsteuer (auch Abgeltungssteuer genannt), die zum Beispiel auf Zinsen von Kapitalvermögen anfällt. Hier gibt es Freibeträge und solange die Zinsen / Erträge unter 801 Euro (für Alleinstehende) bzw. unter 1.602 Euro (für Ehegatten) bleiben, müssen Sie hierfür weder Steuern noch Kirchensteuern zahlen. Sollten Sie darüber liegen, so fällt eine staatliche Kapitalertragssteuer von 25 Prozent an, auf die wiederum neun Prozent Kirchensteuer zu zahlen sind. Über die Einkommensteuererklärung bekommen Sie zu viel einbehaltene Steuer wieder erstattet.

Um welches Verfahren geht es?

Die fällige Kapitalertragssteuer wird direkt von den Banken an die Finanzämter abgeführt. Für die Kirchensteuer mussten Sie bisher selbst einen Antrag stellen. Und dies ist jetzt anders, das ist neu! Die Banken und Sparkassen bekommen (in verschlüsselter Form) mitgeteilt, dass Sie der evangelischen Kirche angehören. Daraufhin kann die Kirchensteuer für die oldenburgische Kirche jetzt automatisiert an die Finanzverwaltungen weitergeleitet werden. 

Weiß künftig meine Bank, zu welcher Kirche ich gehöre? Wie steht es um den Datenschutz?

Die Mitarbeitenden der Banken werden nicht sehen können, welcher Religionsgemeinschaft Sie angehören. Wenn Sie aber trotzdem nicht wollen, dass Ihre Informationen an die Banken weitergeleitet werden, können Sie dem Verfahren widersprechen. Sie sind dann verpflichtet, wie bisher im Rahmen der Steuererklärung die entsprechenden Angaben zu machen.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich noch Fragen habe?

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer oldenburgischen Kirche unter Telefon 0441 / 7701 – 2230, E-Mail: steuer-okr@ev-kirche-oldenburg.deWir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre Mitgliedschaft in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg!

Was die Kirchen mit den Einnahmen konkret machen, ist im Internet auf der Homepage der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) einsehbar unter: www.kirchenfinanzen.de

Die Fakten auf einen Blick:

  • Die Kirchensteuer wird auf Kapitalerträge seit der Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 erhoben. Ab 2015 vereinfacht sich der Einzug.
  • Kirchensteuern auf Kapitalerträge werden ab 2015 automatisch abgeführt. 
  • Das neue Verfahren ist verschlüsselt. Mitarbeitende einer Bank können die Religionszugehörigkeit ihrer Kundinnen und Kunden nicht einsehen.
  • Mit der Kirchensteuer leisten die Gemeindeglieder einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der vielfältigen Aufgaben ihrer Kirche.

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