Parade zum Unabhängigkeitstag

Schülerinnen und Schüler während der Parade in Kpalimé

Schülerinnen und Schüler während der Parade in Kpalimé

Die Edewechterin Geeske Martens (20) absolviert einen Freiwilligendienst in Togo. In Kark un Lüe berichtet sie von ihrem Leben in Westafrika:

Nun sind schon zwei Drittel meines Aufenthaltes hier in Kpalimé um: Die Zeit fliegt wie verrückt. Ich fühle mich immer noch sehr wohl hier. Mittlerweile stehe ich nicht mehr nur als Unterrichtende vor einer Klasse, sondern drücke selber wieder die Schulbank, um Ewe zu lernen, die Sprache im Süden und in der Mitte Togos. In diesem Artikel werde ich mich zwei besonderen Festen widmen, der „Semaine Culturelle“ und dem Unabhängigkeitstag. 

Semaine Culturelle – Kulturelle Woche

Vor den Osterferien fand an der Schule die Semaine Culturelle statt: Drei Tage lang keinen Unterricht, sondern themenbezogenes Arbeiten und abends eine große Präsentationsshow. Inhaltlich ging es um traditionelle und moderne Kleidung und Tänze. So konnten die Schüler ihre Schuluniform zu Hause lassen und in traditioneller Kleidung oder in moderner Freizeitkleidung zur Schule kommen. Das Abendprogramm war eine Mischung aus Playbackshow und Tanzaufführungen.

Schülerinnen und Schüler zeigen traditionelle Tänze

Schülerinnen und Schüler zeigen traditionelle Tänze

An einem Abend fand die „Miss & Master-Wahl“ statt. Dabei ging es nicht nur ums Aussehen: Die Kandidaten und Kandidatinnen mussten sich in verschiedenen Kategorien beweisen. Neben einem Auftritt in traditioneller Kleidung präsentierten alle einen traditionellen Tanz aus ihrer Herkunftsregion und stellten anschließend ein Gericht aus ihrer Heimat vor – samt Erklärung der Zubereitung. In der letzten Runde gab es für die Mädchen eine Frage zur Geschlechtergleichberechtigung und für die Jungen zum Umweltschutz. Die Entscheidung fällte eine Jury aus Lehrern.

Schüler und Schülerinnen in traditioneller Kleidung

Schüler und Schülerinnen in traditioneller Kleidung

Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsames Picknick für die Schüler und ein Mittagessen für das Kollegium. An diesen spannenden Tagen lernten wir unsere Schüler von einer ganz anderen Seite kennen. Sobald sie aus der Schuluniform raus waren, gab es klamotten- und schminktechnisch keinen Unterschied mehr zu deutschen Jugendlichen. Auch die Musik, die für die Playbackshow gewählt wurde, war charts-orientiert, viel Rap und Hip-Hop, oftmals in englischer Sprache.

Unabhängigkeitstag

Am 27. April 1960 wurde Togo unabhängig von Frankreich. Dieser Tag wird gefeiert. Für eine große Parade wird die Hauptstraße in Kpalimé abgesperrt, und sämtliche Schulen, Ausbildungszentren und andere Gruppen, wie z.B eine Rollschuhgruppe, Motorradfahrer und traditionelle Tänzer marschieren mehr als anderthalb Stunden an den Zuschauern vorbei. Dazu spielt eine kleine Blaskapelle ein Marschlied in Dauerschleife. Zum Glück hatte ich einen Sitzplatz im Schatten ergattert, direkt gegenüber den Hochoffiziellen und Ehrengästen.

Inline-Skater bei der Parade

Inline-Skater bei der Parade

Interessant war die Ernsthaftigkeit, mit der die Kleinen marschierten, und dazu im Kontrast einige „Große“, denen man deutlich ansah, dass sie gerade gar keine Lust hatten durch die Hitze zu stolzieren. Die Mädchen beherrschten den Gleichschritt übrigens viel besser als die Jungen.

Die Chiefs lassen die Parade an sich vorbeiziehen.

Die Chiefs lassen die Parade an sich vorbeiziehen.

Mehr von meinem Leben in Kpalimé gibt es unter www.togotogo.de.

(Geeske Martens)

Die Norddeutsche Mission bittet um Spenden für den Unterricht mit Blinden an der Schule, an der Geeske arbeitet. Konto bei der Sparkasse Bremen, IBAN: DE45 2905 0101 0001 0727 27, BIC: SBREDE22, Stichwort: Kpalimé Blinde. Mehr Infos auf unserer Webseite unter www.ev-kirche-edewecht.de/nm-projekt

 

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