Zukunft der Kirchengemeinde: Werden wir immer weniger?

Nach einer Konfirmation in Süddorf

Nach einer Konfirmation in Süddorf

Die neueste Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bearbeitet das Thema „Kirchenmitgliedschaft“. Die Autoren stellen positive und gegenläufige Aspekte heraus. Viele Kirchenmitglieder identifizieren sich mit ihrer Kirchengemeinde vor Ort. Es gibt Gemeinden mit starkem Zusammengehörigkeitsgefühl und Engagement. Anspornend ist es in dieser Hinsicht, die Studie zu lesen (http://www.ekd.de/EKD-Texte/kmu5_text.html).

Doch stellt die Studie auch die kritischen Aspekte deutlich heraus. Aus Hannover heißt es dazu: Nach der Wiedervereinigung der EKD im Jahr 1991 waren noch 29,2 Millionen Protestanten gezählt worden. Seither ist die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder kontinuierlich zurückgegangen, diese liegt jetzt bei rund 23 Mio. Ein Hauptfaktor ist die negative demographische Entwicklung. Der Oldenburger Bischof Jan Jansen mahnt in seinem jüngsten Rundschreiben vom April 2014 die Auswertung an: „Eine deutliche Sprache sprechen die Zahlen, und es gehört zu unseren Aufgaben, ihr mit einer Sprache des Evangeliums zu begegnen. Ja, es zeichnet sich die Aufgabe ab, wie wir gegenwärtig und künftig neben der guten Begleitung der Menschen, die sich zur Kirche zählen, neu denen begegnen und sie einladen, die sich noch nicht (wieder) dazuzählen.“

Die Lage in Edewecht

Unsere Kirchengemeinde reagierte auf diese Entwicklung frühzeitig. Sie legte sich in der Gemeindekonzeption vom November 2011 darauf fest, dem Trend abnehmender Mitgliederzahlen entgegenzuwirken. Bis 2013 ist dies zwar noch nicht vollständig gelungen. Aber das Bewusstsein ist geschärft und letzte Weichen müssen noch gestellt werden. Zuletzt hatten wir ansteigende Zahlen zwischen 2000 (10.861) und 2006 (10.969). Seither ist die Mitgliederbilanz moderat negativ. Zum Jahresende 2013 waren es nur noch 10.344 Gemeindeglieder. Damit liegen wir im Trend der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Folgende Zahlen standen sich 2013 gegenüber: 64 Austritte zu 19 Wieder- / Eintritten und 113 Verstorbene zu 99 Taufen sowie eine negative Bilanz bei Zuzügen und Wegzügen. Jedenfalls besteht kein Grund zum Jammern.

Blick in die Zukunft

Ein Dankeschön geht an alle Engagierten, die beständig Hand anlegen und zum Teil in aller Stille tätig sind. Gerade in ungewissen Zeiten, wenn rundum gezweifelt wird, können wir uns in Edewecht auf die Treue und das Engagement vieler Gemeindeglieder verlassen. Ansporn basiert auch auf Klarheit. Deshalb muss erkannt werden, dass auch wir in Edewecht uns weiter anstrengen müssen. Zunächst bedeutet auch geringfügiger Mitgliederschwund für jede Gemeinschaft eine Schwächung. Da Kirchen immer in langfristigen Dimensionen leben, sind alle Überlegungen weitreichend. Auch statistische Ausschläge sind in der langfristigen Perspektive zu sehen. Die nächste und übernächste Generation stehen im Blickfeld. Baumaßnahmen sollten hinsichtlich ihrer Substanz auf 99 Jahre konzipiert werden. Energiesparmaßnahmen und Klimaschutz müssen mit bedacht werden. Friedhöfe haben zumindest gefühlsmäßig einen Ewigkeitsanspruch. Richtig ist auch, dass die finanziellen Kirchensteuer-Zuwendungen überwiegend von den Mitgliederzahlen abhängig sind – und damit die Zahl der Pfarrstellen, auch hier in Edewecht!

Was können wir tun? 

Die oben zitierte Gemeindekonzeption ist noch nicht komplett. Bezeichnenderweise ist das Handlungsfeld Mitgliedergewinnung / -rückgewinnung noch nicht zu Ende gedacht. Daran arbeiten wir nun. Neben den bisher schon wirksamen Maßnahmen der allgemeinen Qualitätsverbesserung kirchlicher Angebote, deutlich verbesserter Öffentlichkeitsarbeit und besonderen Angeboten an Konfirmanden ist eine wiederkehrende Rubrik in Kark un Lüe zu den Themen Wiedereintritt und Kirchensteuern denkbar.

Außerdem könnten der Dialog mit Eltern von Konfirmanden und KiTa-Kindern noch intensiviert sowie regelmäßige Gemeindeversammlungen mit herausfordernden Themen durchgeführt werden.

Auch das Martin Luther-Jubiläum 2017 wollen wir so überzeugend gestalten, dass es zugleich werbewirksam ist. Hier sind wir weiter auf Ihre Ideen und Ihre Mitarbeit angewiesen.

Dirk v. Grone

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