„Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit …“ – Andacht von Regina Dettloff

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
(Prediger Salomo 3,11)

Puh, ist ja schön, die viele Sonne, aber eindeutig eine Überdosis! Und im letzten Jahr dauernd Regen. Da war der Sonnenschein ganz klar unterdosiert. Ist das der Klimawandel?
Gar Heißzeit nach der letzten Eiszeit?

Es gibt beim Wetter zur Zeit offenbar ein Problem mit der richtigen Mitte, mit der richtigen Dosierung. Wer aber verursacht das Problem? Gott?! Ist er es, der das nicht richtig hinbekommt, dass es tagsüber schön warm ist und abends schön kühl? Dass es oft genug regnet und am besten nachts! Dass die Sommer „richtige“ Sommer und die Winter dann bitteschön auch mal wieder „richtige“ Winter sind, so mit Schnee und echten Minusgraden?

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, behauptet der Prediger im Alten Testament. Und wenn ich so darüber nachdenke: Ja, das stimmt eigentlich. Die Welt ist wirklich voller Wunder. Jede Menge Fotomotive: Wasserfälle, Wüsten, Berge, Wälder – und was für originelle Geschöpfe es gibt! Die Grundanlage der Schöpfung Gottes stimmt immer noch: Dass sich alles ergänzt. Dass das Wasser einen unermüdlichen Kreislauf beschreibt. Dass jedes Geschöpf seinen Platz hat und seine Aufgabe in dieser Schöpfung. Ja, Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. Aber es geht noch weiter: Auch hat er die Ewigkeit ins Herz der Menschen gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Ja, daran hakt es wohl mehr: Dass wir Menschen das Werk, das Gott tut, nicht ergründen können. Wir haben zwar eine Ahnung von der Ewigkeit, von Gottes Wirken, und dass da für die Menschheit hoffentlich noch eine lange Zeitspanne vor uns liegt, aber unsere Fähigkeit, eine gute Zukunft für Mensch und Schöpfung verantwortlich und nachhaltig zu planen und zu gestalten, ist recht gering. Dafür sind wir Menschen wohl zu kurzlebig und auch zu egoistisch. Wir haben eine Ahnung, aber nicht den Plan. Unsere Forscher versuchen beständig „das Werk, das Gott tut, zu ergründen“, aber der Gesamtüberblick fehlt. Wir sind eben nicht Gott und sollten vorsichtig sein mit unseren ‚Erkenntnissen’ so unüberlegt herumzuspielen. Ich denk ja manchmal, wenn ich all die Zerstörungen im Namen des Profts und Konsums so sehe, ob Gott bis jetzt das Schlimmste wohl nicht sogar verhütet hat? Aus Liebe vielleicht! Und weil er hofft, dass wir es noch hinkriegen.

Aber wenn wir doch eine Ahnung von der ‚Ewigkeit’ im Herzen tragen, sollten wir dann nicht auch in der Lage sein, mal ganz global unser Raumschiff Erde auch zu behüten? Ein Stück Ewigkeit im Herzen haben heißt das nicht: Das hier ist zwar toll, aber es ist nicht alles! Wahrer Reichtum, das sind Liebe und Frieden, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit. Die Kinder Gottes zu achten. Den Hunger abzuschaffen. Den maßlosen Konsum zurückzufahren. Nicht mehr zu verbrauchen, als wieder nachwachsen kann. Die Böden schonen. Hiesige Früchte essen und zwar dann, wenn sie sowieso wachsen. Das Auto stehen lassen. Tiere so halten, dass sie auch ohne Antibiotika groß werden können. Nicht so viel Fleisch essen. Nicht mehr Bäume abzuholzen, als nachwachsen können. Bienenweiden anlegen. Kein Wasser verschwenden. Plastik vermeiden. Das sind Schritte auf dem richtigen Wege; Schritte, die jeder tun kann.

Nachhaltigkeit nennt man das Prinzip! Es bedeutet, dass nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.

Wir alle, die wir heute leben, verlassen diese Welt eines Tages. Unser Leben währt aus Sicht der Ewigkeit nur einen Augenblick. Dann müssen unsere Kinder weitermachen und dann deren Kinder und so weiter. Und was sollen sie anfangen mit einem ausgeplünderten Planeten? Wie sollen sie leben darauf? Das frage ich mich gerade dieser Tage, wo meine kleine Enkelin ganz neu geboren ist. Ja, wir Menschen können nicht ergründen das Werk, das Gott tut. Auch nicht das, wo er uns vielleicht täglich jetzt schon schützt, uns zusammenbringt, uns stärkt, Frieden und Versöhnung wachsen lässt. Jedem von uns hat Gott ein Stück Ewigkeit ins Herz gelegt: Liebe, Güte und ein Stück des Himmels schon hier. Ich bete dafür, dass es uns gelingt, das Beste daraus zu machen!

Regina Dettloff

(Diese Andacht erschien in Kark un Lüe III / 2018)

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