„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ – Andacht von Regina Dettloff

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ (Mk 9,23)

Willkommen im neuen Jahr 2020. Es bringt uns 366 Tage – und jeder neu und anders. Als “Lebenshilfe“ für dieses Jahr wird uns dieser Satz mitgegeben: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24)
Es ist ein verzweifelter Vater von dem dieser Aufruf stammt. Alles hat er versucht, um Hilfe zu bekommen für seinen epilepsiekranken Sohn. Bei wie vielen Heilkundigen wird er wohl schon gewesen sein – immer vergebens. Und so trifft er zuletzt – schon ziemlich desillusioniert – auf Jesus. „Wenn du kannst, dann hilf uns!“, so spricht er Jesus an.
„Was heißt: ‚Wenn du kannst?’“ antwortet Jesus, „Alle Dinge sind dem möglich, der auf Gott vertraut!“ Da schreit er: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Er ist am Ende mit all seinem Wissen und Können – und wahrscheinlich auch mit Beten. Und doch hält er an der Hoffnung fest, dass es eine Rettung gibt. Dass dort, wo er zweifelt, ein anderer weiter weiß – Jesus.
Es ist so ähnlich wie bei einem Ruderer, der in einen Strudel geraten ist. Wenn er nicht mehr daran glaubt, dass er sich noch retten kann, dann hört er auf zu rudern. Und so ist er dann wirklich nicht mehr zu retten. Und wenn ich ihn mir aber vorstelle, unseren Ruderer, wie er schreit: Ich glaube, guter Gott, hilf du meinem Unglauben! – dann sehe ich direkt vor mir, wie er anfängt zu paddeln und wie ihm Kräfte zuwachsen.
Das wünsche ich Ihnen für dieses Jahr, dass Ihnen solche Kräfte zuwachsen. Immer wenn Sie nicht weiterwissen. Wo Sie mit ihrem Latein am Ende sind.
Für unsere Kinder. Für die Zukunft. Für diese Welt, den Klimaschutz oder für Ihr Leben. Aufgeben gilt nicht! Ich glaube! Hilf meinem Unglauben! Und dann die Ruder gegriffen und gepaddelt!
Gutes Gelingen wünscht Ihnen allen Pastorin

Regina Dettloff

(Diese Andacht erschien in Kark un Lüe I / 2020)

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