Andacht für den 26. März 2020 – Birgit Grohs (Rastede)

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Konfirmation für alle!

Sich festmachen, stärken, ermutigen – das alles sind mögliche Übersetzungen des lateinischen Verbs „confirmare“, von dem sich unser Wort „Konfirmation“ ableitet.
In diesen Wochen hätten die Konfirmationsfeiern begonnen. Viele junge Menschen und ihre Familien haben ein schönes Fest geplant, etwas Schickes zum Anziehen
besorgt und vielleicht schon Einladungskarten vorbereitet. Und nun? Keine Gottesdienste, also auch keine Konfirmationsfeste.

Wir werden diese Feiern hoffentlich auf andere Weise nachholen können, aber zunächst einmal überwiegt ganz klar die Enttäuschung.
Trotzdem oder vielmehr gerade deshalb hier ein Vorschlag, wie wir alle jeweils für uns persönlich in diesen Tagen „Konfirmation“ feiern können, „Konfirmation“ im oben genannten Sinne von „sich festmachen“:
Hinter jeder Konfirmation steht ein Versprechen. Gottes Versprechen, das uns mit der Taufe zugesprochen wurde: „Ich bin für dich! Du gehörst zu mir!“
Wenn wir mit den Jugendlichen Konfirmation feiern, fordern wir sie auf, sich zu dem Freundschaftsangebot Gottes zu verhalten. Willst Du diese Nähe? Möchtest Du zu Jesus Christus gehören? Willst du dich an Gott „festmachen“?
Bei einem Konfirmationsgottesdienst vor einigen Jahren gab ich den Jugendlichen einen Karabinerhaken und forderte sie auf, sich mit ihrem Haken nacheinander symbolisch an dem Altarkreuz festzumachen. So entstand eine lange starke Kette, festgemacht am Kreuz, festgemacht an Jesus.

Wenn Sie mögen, können Sie in diesem Sinne auch zu Hause „Konfirmation“ feiern: Haben Sie vielleicht ein Kreuz und einen Karabinerhaken im Haus? Wissen Sie vielleicht noch Ihren Tauf- oder Konfirmationsspruch oder können ihn noch auf einer Urkunde oder im Stammbuch finden?

Zünden Sie sich doch eine Kerze an und stellen Sie diese zu Kreuz und Karabinerhaken. Beginnen Sie ein Gespräch mit Gott. Erzählen Sie ihm, was Sie gerade beschäftigt, was Sie ängstigt, freut und wo Sie sich vielleicht unsicher fühlen oder einen guten Rat brauchen.

Wie lautete auch noch der Taufspruch, den Sie vielleicht im Stammbuch gefunden haben?
Dann gönnen Sie sich ein paar Minuten der Stille.

Kommt ein neuer Gedanke dazu?
Fügt sich etwas neu zusammen?
Tut mir dieser Moment in der Nähe Gottes gut?
Schließen Sie Ihr Gebet, wenn Sie mögen, mit dem Vaterunser oder folgenden Worten ab:
„Gott, Du kennst mich! Du siehst mich! Du bist hier bei mir! Danke!
Ich mache mich bei Dir fest, denn …
`Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn traut mein Herz und mir ist geholfen. Nun ist mein Herz fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.` (Psalm 28,7)
Amen.“

Und wenn Ihnen dann zum Singen zumute sein sollte, tun sie es.

In all dem geschieht ein Stück „Konfirmation“: Ich mache mich neu fest an dem, der mich und diese Welt trägt, werde gestärkt und ermutigt.

Gute Erfahrungen mit dieser „Konfirmation für alle“ wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Birgit Grohs

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