Andacht für den 06. April 2020 – Achim Neubauer (Edewecht)

Download dieser Andacht als pdf  – zum Archiv der „Worte, die Mut machen“

„Schaut die Lilien …“ 

 

Es gibt kaum ein schöneres Bild, das auffordern will zur Gelassenheit. In ganz einfacher Sprache geht es um Vertrauen, um einen neuen, frischen, anderen Blick. Weg von den Gedanken um sich selbst, die Zukunft, die Fragen auf die es doch sowieso keine Antwort gibt. Wer sich lösen kann, mag eine freie Sicht bekommen.

Damals ist es eine ziemliche Menschenschar, die den Gottessohn umringt; Große und Kleine um ihn herum. Neugierig sind sie alle, die diesem Jesus zuhören. Das sind welche dabei, voller Trauer; sie suchen nach Trost. Andere sind erschöpft und brauchen etwas Ruhe. Sicher, da stehen auch solche, die zweifeln; keine besonderen Erwartungen haben. Aber sie hören zu. Irgendwie hatte sich herumgesprochen, dass dieser Wanderprediger auf seinem Weg durch das Land Israel in ihre Nähe kommen würde.

Sie wollen etwas hören: Über sich und über ihr Leben und dazu gehört doch auch, sich Gedanken zu machen über das was kommt.
„Seht die Vögel am Himmel!“, dann wenn der Blick dem Alltag auf der Erde verhaftet ist, dann bleiben die Gedanken, die nach Zukunft fragen, automatisch in den irdischen Kategorien gefangen. Eigentlich – bei allem Respekt – kein wirklich neuer Gedanke, auch damals nicht; schon die Psalmbeter suchten ihre Hoffnung nicht im Staub der Ebene. Von Gott erwarten sie Hilfe. Und genau diesen Gedanken nimmt Jesus auf.

Ja, sagt er; die ausgetretenen Pfade der Vergangenheit haben schon viele versucht.
Tränen der Sorge wurden millionenfach geweint, um Kinder, um Erwachsene: Gott, unser Vater, weiß, was seine Geschöpfe bedrückt.

Und dann zeigt er den Menschen um sich herum eine Lilie: Schaut, die hat sich nicht angestrengt, um euer Auge zu erfreuen. Gott hat für sie gesorgt. Sie wächst, sie blüht, sie sieht schön aus, weil Gott sich um diese kleine Pflanze kümmert. Um jeden Teil seiner Schöpfung sorgt er sich: Auch um Dich und um mich.

Das klingt für unsere Zeit ein wenig zu romantisch. Aber wie Balsam waren die Worte auf die Seelen der besorgten Jünger und Jüngerinnen. Nicht wenige hatten sich ja gefragt, ob es wohl richtig ist, alles zu verlassen, ihm zu folgen, in ein Leben ohne jede Absicherung für Gottes Reich und seine Gerechtigkeit.

Reich Gottes – das ist da, wo alles Sehnen zur Erfüllung kommt, wo seine Liebe alles in allem ist, da wo tatsächlich alle Menschen Geschwister sind. Es herrscht Friede; alle gehören genauso dazu wie Du und ich. Mit Jesus ist dieses Reich schon angefangen und in seinen Worten ist schon ein bisschen zu sehen, wie es sein wird.

Später gehen die Menschen dann wieder nach Hause. Ob sie sich auf dem Heimweg noch darüber unterhalten haben, was Jesus gesagt hat? Das mit den Lilien jedenfalls, das haben sie sich gemerkt, damals. Später haben sie das dann auch aufgeschrieben. Sie fanden es wichtig, dass auch Menschen anderer Zeit wissen sollten: „Der himmlische Vater weiß, wessen ihr bedürft.“

Du bist gar nicht allein, das mag manches kleiner machen und erträglicher.

Ihr Pastor Achim Neubauer

Kommentare sind geschlossen.