Andacht für den 30. April 2020 – Kerstin Grusemann-Wahl (Apen)

 

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Tanz in den Mai

Traditionell wird in vielen Regionen Deutschlands am 30.04. der Maibaum gesetzt. In den verschiedenen Regionen gibt es die unterschiedlichsten Bräuche. Aber ein Gedanke ist allen gemeinsam, der Frühling, soll mit aller Freude, aller Lebenskraft begrüßt werden. In einem Artikel habe ich einen Satz gelesen, der mir besonders gut gefallen hat. Da heißt es, dass der Maibaum für Gedeihen, Wachstum, Glück und Segen steht.

Die Nachbarschaft, der Ortsverein oder der Freundeskreis kommen zusammen und bereiten alles vor.

Da wird die schönste Birke ausgesucht, Grün zum Binden des Kranzes geschnitten und farbiges Krepppapier besorgt um den Baum festlich zu schmücken. Für das leibliche Wohl wird gesorgt und während darauf aufgepasst wird, dass niemand den Maibaum klaut, beginnt der Tanz in den Mai. Der Tanz endet um 06.00 Uhr am nächsten Morgen. Danach darf der Maibaum nicht mehr geklaut werden.

Nicht so in diesem Jahr. Durch die Corona Krise findet auch das Maibaum setzen und der Tanz in den Mai nicht statt. Das Kontaktverbot gilt noch bis in den Mai hinein. Für uns heißt es #stayathome, wir bleiben zu Hause. Ohne tanzen…oder?

Lt. Wikipedia hat das Tanzen schon seit je her eine besondere Bedeutung. Es ist ein Ritual, ein Brauch, eine Sportart, ein Gefühl. Mit dem Tanz können wir Geschichten erzählen. Beim Tanzen können wir uns auspowern, fallen lassen, meditieren und unsere Gedanken tanzen lassen. So heißt es auch in einem Lied von Max Giesinger. Und wenn sie tanzt, ist sie wo anders. Für den Moment, dort wo sie will. Und wenn sie tanzt, ist sie wer anders, lässt alles los nur für das Gefühl.

Haben Sie schon einmal in der Kirche getanzt? Ich ja, mit den Kindergottesdienstkindern beim Weltgebetstag. Oder zum Lied „Einfach spitze, das du da bist“. In unseren Gottesdienst ist es unüblich zu tanzen, obwohl es auch eine Möglichkeit ist Gott zu loben. Die Bibel erzählt uns an einigen Stellen davon, dass es üblich war Gott mit Tanz anzubeten.
David tanzte vor dem Herrn als die Bundeslade zum Tempel gebracht wurde. Als Gott das Volk Israel durch das geteilte Meer geführt hatte, schlug die Prophetin Mirjam ihr Tamburin und sie und die anderen Frauen tanzten im Reigen. Auch in den Psalmen finden wir das Tanzen als Ausdruck der Freude und des Lobes. Und der Prediger sagt uns: Alles hat seine Zeit. Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit.

Heute Abend haben wir die Möglichkeit das Maibaumsetzen und das Tanzen zu Hause auszuprobieren. Vielleicht haben Sie im Garten einen Baum, den sie festlich schmücken möchten. Oder sie schmücken einen Zweig in ihrem Wohnzimmer. Wir können damit Gott dafür danken, dass er die Natur so wunderbar geschaffen hat. Suchen Sie sich eine Musik aus, die ihnen gut gefällt und tanzen sie. Ohne Schrittfolgen und Figuren. So wie sie mögen. Sagen sie Gott was sie bewegt. Lassen sie ihn an ihren Sorgen und Freuden teilhaben. Und spüren sie, was das Tanzen mit ihnen macht.

Ich werde auch mitmachen, ich bin gespannt, was es mit mir macht. Denn trotz der Corona Krise bin ich gewiss, dass Gott an unserer Seite ist. Denn so sagt er es uns bei Matthäus im 28 Kapitel zu: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“. Immer.

Bleiben sie behütet

Ihre Kerstin Grusemann-Wahl

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