Ammerländer Impulse

Ostern ist ein Weg
Was ist das doch für eine schreckliche Zeit! Die letzten Tage werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Ich habe ihn so geliebt und nun ist er nicht mehr da. Was musste er sich quälen! Diese Schmerzen, diese Demütigung, dieser qualvolle Tod! Ich konnte nur danebenstehen und nicht tun, nichts tun, um es ihm leichter zu machen.

Als er dann tot war, spürte ich es umso heftiger. In mir ist etwas mit ihm zusammen gestorben. Ich war nicht mehr ich. Ich habe immer gedacht, dass ich mit ihm noch eine tolle Zukunft vor mir hätte, Träume, Wünsche waren so lebendig … – nun sind sie zerplatzt. Abschied nehmen musste ich von ihnen und noch mehr von ihm. Doch auch das wurde uns schwer gemacht.
Was war das für eine Beerdigung? Schnell sollte es gehen, kaum jemand war dabei. Ich hätte ihn so gerne noch einmal berührt, ihm gesagt, was ich noch mit mir rumtrug – in Ruhe Abschied genommen. Doch es musste ja schnell gehen.

Zuhause mochte ich nicht sein, mich zog es wieder dorthin zu seinem Grab. Ich wollte mit ihm reden, klären, was zwischen uns offengeblieben war und ihm meinen Frust sagen, meine Enttäuschung, dass er nicht genug gekämpft hatte … – doch vor allem wollte ich in seiner Nähe sein, auch wenn es nur sein Leichnam war, der da in diesem Grab war.
Wie groß war mein Schreck, als ich auf den Friedhof kam. Das Grab war offen! Vielleicht geschändet? Wer tut so etwas?
Ich holte mir Hilfe, rannte zu Freunden, meinen und seinen Freunden. Sie sollten mitkommen. Sie sollten Licht ins Dunkel bringen. Doch sie konnten es auch nicht erklären.

So blieb ich allein vor dem Grab sitzen und weinte und weinte und konnte nicht mehr aufhören. Es tat so weh. Es war so verwirrend, schmerzlich, dunkel.

Doch dann wurde ich geblendet und von zwei Personen angesprochen. Sie wollte wissen, was mit mir los sei, warum ich denn weine, fragten sie. Eigentlich ging es diese Fremden ja nichts an, doch tat es gut, sich alles von der Seele zu reden. „Er ist weg! Er ist nicht mehr da! Man hat ihn mir genommen!“ schrie ich.
Noch einer war da, ich dachte, es sei der Friedhofsgärtner und bat ihn mir zu helfen. –
Doch dann veränderte ein einziges Wort mein ganzes Leben – nur ein einziges Wort: „Maria!“

Maria – das bin ich! Ich dachte diese Maria gab es nicht mehr – nicht mehr seit seinem Tod.

Doch ich bin noch da. Da ist jemand, der mir sagt: Du bist noch da! Du, Maria!

Aus diesem gesprochenen „Maria“ höre ich noch viel mehr heraus, denn ich kenne diese Stimme. Diese Stimme sagt mir:

„Maria, ich bin da – ich bin für dich da.

Ich fühle deinen Schmerz.

Ich verstehe dich.

Ich kenne dich.

Maria, ich lebe und du sollst auch leben!“
Auf einmal verstehe ich, erkenne ich.

Voller Liebe und mit erwachter Hoffnung
antworte ich meinem Jesus:

„Rabuni! Du bist mein Meister!“ Jetzt kann mein Leben neu beginnen!

Doch nicht nur meines. Die anderen sollen es auch hören und selbst erleben.

Jesus ist lebendig und darum auch seine Ziele für uns und diese Welt.

Ich bin lebendig.

Ich breche jetzt auf, mache mich auf, auf den Osterweg und bin jetzt schon gespannt, wo der Auferstandene mir noch begegnen wird.

– nach dem 20. Kapitel des Johannesevangeliums

Pastorin Birgit Grohs
Rastede

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19.04. Birgit Grohs (Rastede) Ostern ist ein Weg hier
12.04. Friedgard Möllmann (Wiefelstede) Erfahrungen mit Ostern hier
05.04. Marco Folchnandt (Westerstede) #7WochenmitallenSinnen hier
29.03. Daniela Ludewig-Göckler (Petersfehn) „Hinaus aus dem Kreis(en)!“ hier
22.03. Stephan Bohlen (Edewecht) Endlich Frühling!/strong> hier
15.03. Michael Kühn (Westerstede) „Im Anfang war das Gefühl“ hier
08.03. Katharina Kroll (Zwischenahn) Atem der Hoffnung hier
01.03. Martina Rambusch-Nowak (Rastede) „Ich wurde Clown um zu leben. Von der heilenden Kraft des Humors.“ hier
22.02. Stephan Bohlen (Edewecht) Wintersonne hier
15.02. Inga Kießling (Fehngemeinden, Apen/Augustfehn) Du stellst meine Füße auf weiten Raum hier
08.02. Regina Dettloff (Edewecht) Gottes Wort – Schlüssel zum guten Leben! hier
01.02. Sabine Karwarth (Westerstede) Kunterbuntes für die Seele hier
25.01. Stephan Bohlen (Edewecht) Eine Weg-Geschichte hier
18.01. . N.A.
11.01. . N.A.
04.01. . N.A.
28.12. . N.A.
24.12. Lars Dede (Kreispfarrer) Der Engel sprach zu den Hirten: Fürchtet euch nicht! hier
21.12. Dorothea Herbst (Apen) Es kommt ein Schiff geladen … hier
14.12. Karina Kuzki (Rastede) Wieso man wartet hier
07.12. Kerstin Grusemann-Wahl (Apen) Auf dem Weg nach Bethlehem hier
30.11. Achim Neubauer (Edewecht) Trimmel, Borowski, Lürsen, Faber & co. hier
23.11. Stephan Bohlen (Edewecht) Loslassen … hier
16.11. Dorothea Herbst (Apen) Wenn das Gespräch abgebrochen ist … hier
09.11. Friedrich Henoch (Rastede) Selig sind, die Frieden stiften … hier
02.11. Kerstin Grusemann-Wahl (Apen) Auf der Durchreise hier
26.10. Lina Kohring (Wiefelstede) Im Museum hier
19.10. Christoph Müller (Rastede) Lieblingsorte hier
12.10. Stephan Bohlen (Edewecht) Helles Leben hier
05.10. Eberhard Geier (Edewecht) Offene Straßenkirche hier
28.09. Markus Kohring (Rastede) Driving home for Christmas – mitten im September hier
21.09. Stephan Bohlen (Edewecht) „Blöde Ziege!“ – „Dumme Gans!“ hier
14.09. Sabine Feuerhake (Reekenfeld) Ein gutes Wort zum Herbst! hier
07.09. Kerstin Falaturi (Zwischenahn) Fehler! hier
31.08. Regina Dettloff (Edewecht) Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen hier
24.08. Lars Dede (Kreispfarrer) Vertrauen und Geduld hier
17.08. Holger de Buhr (Westerstede) Wir haben die Wahl … hier
10.08. Evelyn Nell (Wiefelstede) Mit meinem Gott, kann ich über Mauern springen hier
03.08. Peter Tobiassen (Westerstede) Es passiert nichts – hier
27.07. Marianne Brandt (Rastede) Die Frage nach Gott aus dem Homeoffice hier
20.07. Florian Bortfeldt (Idafehn) Von Gottes Segen auf den Lebenswegen hier
13.07. Stephan Bohlen (Edewecht) Kraft für den Alltag hier
06.07. Stephan Bohlen (Edewecht) So eine Zumutung! – von den Herausforderungen des Miteinanders hier
29.06. Heike-Regine Albrecht (Westerstede) „Lobe den Herrn, meine Kehle!“ hier
22.06. Johannes Maczewski (Regionaljugenddienst) Wer geduldig ist, der ist weise .. hier
15.06. Petra Adomeit (Zwischenahn) Geh aus, mein Herz hier
08.06. Stephan Bohlen (Edewecht) #blacklivesmatter hier