Ammerländer Impulse

Mit meinem Gott, kann ich über Mauern springen – Psalm 18, 30

Ich mag diesen Spruch.

Gott hilft mir. Gott schenkt mir, dass ich etwas kann. Das ist das eine.

Und da sind Mauern. Die Mauern sind kein Hindernis das mich gefangen halten kann. Mit Gottes Hilfe vermag ich die Mauern zu überwinden – sogar überspringen kann ich sie.
Am Beginn eines neuen Schuljahres, Ausbildungsjahres, Corona-Situationsabschnittes? denke ich daran, dass Gott jedem eigene Fähigkeiten gegeben hat. Und wenn ich diese meine Fähigkeiten nutze, dann darf ich erleben, dass Gott an meiner Seite ist. Gott ist dabei, wenn etwas Neues anfängt, ein neuer Abschnitt, oder ein neuer Anfang.

Als wir uns Anfang Juli endlich wieder „echt“ treffen durften, haben wir bei einem Action Gottesdienst mit unterschiedlichen Stationen gleich mal ausprobiert, was wir können und worin wir besonders gut sind. Da gibt es ein Spiel, bei dem mehrere Personen einen an Seilen befestigten Kran bedienen um gemeinsam einen Turm zu bauen. Und gerade dieses Spiel haben die Teilnehmenden mit Eifer und Spaß betrieben. Wir waren verschieden groß, ganz unterschiedlich alt und eben zufällig zusammen. Wir haben probiert, umgekippt, wieder aufgestellt, noch einmal versucht, gelacht, und uns gefreut, denn wir haben es am Ende geschafft. Nicht die Wettbewerbe sondern Zusammenarbeit war eine der besten Fähigkeiten.
Nein, es geht nicht darum, Sieger im Mauerspringen zu sein.

Gerade auf die ganz kleinen Fähigkeiten möchte ich aufmerksam machen. Da ist zum Beispiel das Lächeln, ein leuchtender Funke nur im Auge, und soo viel ist gesagt – vielleicht eine Mauer zwischen Menschen überwunden?
Mit Gott über Mauern zu springen meint aber nicht nur, dass jeder etwas kann, einiges gut, etwas am Besten.
Schließlich ist dieser Spruch ein Teil von Psalm 18.
David betet, dass Gott ihn beschützt, ihn vor Feinden rettet und Freiheit gewinnen lässt.
Wenn ich mit meinem Gott über Mauern springe, springe ich in Freiheit.
Ich habe das ganz direkt erlebt. Damals 1989 lebte ich in Leipzig, gehörte zur Nikolai-Gemeinde und unsere Friedensgebete waren etwas ganz Besonderes – am Ende ist dann tatsächlich eine Mauer gefallen.

Aber die meisten Mauern sind ja nicht aus Stein. Und doch schränken Mauern unsere Freiheit ein.
Bin ich gefangen in Gewohnheiten? Bin ich gefangen in Konsumzwängen. Bin ich gefangen, weil mir meine Phantasie einfach keinen Ausweg aus einem eingetretenen Pfad zeigen kann? Bin ich gefangen in einer Situation, die ich mir vor gar nicht langer Zeit nicht hätte vorstellen können?
Es ist ein ganz wunderbares Geschenk, dass Gott uns immer und immer seine Hand reichen möchte.
Ein Versuch kostet nur den Mut es doch zu versuchen. Und die Erfahrung, es geschafft zu haben ist um so schöner.
Deshalb habe ich auf meinem Bild des Psalmspruches drei Ausrufezeichen gemalt.
Das erste heißt, ja das könnt ihr glauben. Ich habe es selbst erlebt. Vielleicht sieht es hinter der Mauer anders aus als ich dachte. Aber Gott hatte da seinen Plan mit mir.
Das eine Ausrufezeichen ist herzförmig, denn die Tatsache, dass Gott mich liebt und mir bei ganz kleinen und ganz großen Sprüngen in Liebe helfen will finde ich sehr wichtig.
Und dann sind es drei Ausrufezeichen. Ja, das ist vollkommen, mehr geht nicht.

Ich wünsche allen Glaubenskraft genug, um sich mit Gottes Hilfe an Mauern zu versuchen. Ich wünsche Ausdauer, wenn es nicht sofort gelingt, die Mauer zu bezwingen.
Und ganz besonders wünsche ich allen die gute Erfahrung auf überwundene Mauern zurückschauen zu können.
– Erst sah es ganz schön schwierig aus – Es ist geschafft – Und Gott war dabei!!!

Evelyn Nell
Wiefelstede

 

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