Bücherkeller wird zum Schlafsaal

Im Rahmen der Ferienpassaktion kamen im Juli 16 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren zur Übernachtung in den Bücherkeller. Gemeinsam wurde gebacken, gebastelt und gelesen. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse musste leider die Nachtwanderung ausfallen. Bis die letzte „Lesemaus“ dann geschlafen hat, war es schon weit nach Mitternacht.

Die Zeit ging viel zu schnell zu Ende. „Warum können wir nicht noch eine Nacht hier schlafen?“ oder „Schade, dass es schon vorbei ist“ – diese Äußerungen waren die schönste Belohnung für das Büchereiteam, das diese Aktion im nächsten Jahr wieder anbieten möchte.

Lebendiger Adventskalender im Jahr 2011

Ab dem ersten Advent, zu Beginn des Kirchenjahres, öffnen wie schon im letzten Jahr Gemeindemitglieder ihre Türen und laden kleine und große Menschen ein, mit ihnen ein paar gemeinsame Stunden zu verbringen. Es wird gebastelt, gebacken, gekocht, gegessen, gesungen, vorgelesen, gespielt oder bei Kaffee und Tee einfach nur geklönt.

Bis Weihnachten ist für jeden etwas dabei. Jeder ist eingeladen, sich von den Angeboten etwas auszusuchen und an einem gemütlichen Beisammensein teilzunehmen. Die Gastgeber freuen sich schon auf ihre Adventsbesucher.

Nähere Informationen zu den Terminen und Angeboten finden Sie rechtzeitig in der aktuellen Presse und hier auf unserer Internetseite.

Neubesetzung der Süddorfer Pfarrstelle

Für die seit November unbesetzte Pfarrstelle in Süddorf ist die Nachfolge-Entscheidung noch nicht gefallen. Nachdem die landeskirchlichen Ausschreibungen von Dezember 2010 und Februar 2011 ohne Echo geblieben waren, ist die zu besetzende volle Pfarrstelle in der EKD-Stellenbörse bundesweit ausgeschrieben worden (theoretisch sogar weltweit, weil die Auslandspfarrer/innen der EKD auch angesprochen waren).

Die zum Bewerbungstermin am 20. April eingegangenen Bewerbungen sind vom Ev.-Luth. Oberkirchenrat in Oldenburg einer ersten Prüfung unterzogen worden. Für die vier in Frage kommenden Pfarrerinnen und Pfarrer war für den 11. August die – auch in der Oldenburgischen Ev.-Luth. Kirche obligatorische – Bewerberprüfung mit einer Potentialanalyse angesetzt worden. Danach wird für Ende August / Anfang September die Nachfolgebenennung erwartet. Termine für die Vorstellung in der Kirchengemeinde, für Probepredigt und Beratung im Gemeindekirchenrat werden kurzfristig vereinbart und bekannt gegeben.

Im World-Café über die Zukunft beraten

Wie soll unsere Kirchengemeinde im Jahr 2017 aussehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Beratungen von über 30 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kirchenältesten und Interessierten, die kurz vor den Sommerferien in der Aula des Gymnasiums am Göhlenweg zusammenkamen.

Die Teilnehmenden erlebten ein „World Café“ – eine besondere Methode, sich mit Zukunftsfragen auseinanderzusetzen. Diese Veranstaltung war ein weiterer Schritt hin zur Verabschiedung einer Gesamtkonzeption der Gemeindearbeit. Dirk v. Grone, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, gab zu Beginn einen kurzen Überblick über die bisherigen Stationen der Konzeptentwicklung. 2009 war eine Projektgruppe eingerichtet worden, die zwischenzeitlich den Entwurf eines Leitbildes und eine erste Zielbeschreibung vorgelegt hatte.

GKR-Vorsitzender Dirk v. Grone begrüßt die Teilnehmenden des World-Cafés. Foto: U. Martens

Der GKR-Vorsitzende skizzierte die Gründe, die eine Beschäftigung mit den mittelfristigen Perspektiven der Kirchengemeinde sinnvoll macht. So wird die Entwicklung der Bevölkerung in Edewecht die Kirchengemeinde vor neue Herausforderungen stellen. Die Gemeinde muss sich auch genau überlegen, wie mit den finanziellen Ressourcen umzugehen ist. Die Gemeinde ist gut aufgestellt – wirtschaftlich, vor allem aber auch mit vielen Aktiven, Gruppen und attraktiven Angeboten in unterschiedlichsten Feldern der Gemeindearbeit. „Damit das so bleibt und wir weiterhin eigenständig handeln können, müssen wir uns entscheiden, wie wir unsere Arbeit in den nächsten Jahren gestalten“, so Dirk v. Grone.

7 Tische – 7 Themen

In dem „World Café“ warteten Gastgeber an sieben Tischen zu unterschiedlichen Schwerpunkten auf die Café-Gäste. Jeweils 20 Minuten wurde in wechselnder Zusammensetzung über die Themen Konfirmandenzeit, Gottesdienst, Diakonie, Jugendarbeit, Arbeit mit Kindern, Öffentlichkeitsarbeit und zu übergreifenden Zielen der Gemeindearbeit diskutiert. Die einzelnen Teilnehmenden kamen so im Laufe des Nachmittags mit unterschiedlichen Themen in Berührung.

Angeregte Diskussion an einem der Café-Tische. Foto: U. Martens

Die Gastgeber an den Tischen präsentierten jeweils mit einem Katalog von Zielen, die als Grundlage für die Gespräche dienten. Welche Ziele sollen bis 2017 in Edewecht erreicht sein und mit welchen Maßnahmen kann das gelingen? Gefragt waren vor allem die unterschiedlichen Erfahrungen der Mitwirkenden und auch deren kritische Einschätzung. Denn eine Konzeption lässt sich nur verwirklichen, wenn realistische Ziele beschrieben werden.

Die Diskussionen waren sehr lebendig und konstruktiv, nicht zuletzt deshalb, weil Menschen aus unterschiedlichen Bereichen der Gemeinde und aus allen Generationen miteinander ins Gespräch gekommen sind. Und so wurden am Ende der „Caféhaus-Phase“ eine Vielzahl von Ideen und Anregungen, Kommentaren und möglichen Maßnahmen im Plenum vorgestellt. Da ging es z.B. darum, den Gottesdienst noch deutlicher in die Mitte des Gemeindelebens zu stellen, gemeinsame Aktionen für Konfirmandinnen und Konfirmanden zu organisieren, neue Akzente in der Familienarbeit zu setzen, noch stärker die Vernetzung mit anderen Organisationen am Ort zu suchen und vieles mehr.

World Café ein Erfolg

Alle Ergebnisse werden nun sorgfältig ausgewertet. Sie bilden die Grundlage für einen konkreten Ziele- und Maßnahmenkatalog zu den wichtigsten Handlungsfeldern der Kirchengemeinde, den der Gemeindekirchenrat wahrscheinlich noch in diesem Jahr verabschieden wird. Die Konzeptionsarbeit ist damit aber nicht beendet. In den nächsten Jahren werden weitere Handlungsfelder in die Gesamtkonzeption eingearbeitet.

Die Veranstalter waren mit dem Verlauf sehr zufrieden. Das World Café jedenfalls war ein Meilenstein auf diesem Weg der Kirchengemeinde. Es hat gezeigt, wie lohnend es ist, in großer Offenheit und Breite über Zielvorstellungen der Gemeindearbeit ins Gespräch zu kommen. Neben den inhaltlichen Ergebnissen stand am Ende des Nachmittages darum fest: Es wird zukünftig noch mehr solcher „Zukunftskonferenzen“ geben!

Fotos von der Veranstaltung:

 

Niedersachsenumrundung geglückt

Der verspätete Start am Morgen des 1. August 2011 verhieß für Tobi und die anderen nichts Gutes: Bereits auf dem Bahnsteig in Bad Zwischenahn verlor die zehnköpfige Expedition der Evangelischen Jugend schon eine Viertelstunde. Dieser Zeitverlust sollte nicht der Einzige bleiben. Aber durch geschickte Umsteigemanöver konnten sie wieder ausgeglichen werden. Am Dienstagabend – pünktlich um 19.11 Uhr – traf die Gruppe unter Leitung von Laura Best (Petersfehn) und Volker Austein (Edewecht) im Basisbahnhof ein. Im Rahmen einer unerhörten Ferienpassaktion hatten sie verschiedene niedersächsische Klimazonen und zwei Rushhours und einen Baderückreiseverkehr durchquert und damit die erste dokumentierte komplette Niedersachsenumrundung nur mit der Bahn geschafft.

Über Leer – Rheine – Osnabrück – Herford – Altenbeken und Holzminden führte die Route zum Verkehrsknotenpunkt Kreiensen. Nach den erschütternden Anblicken, die sich  auf einigen fast leblosen Bahnhöfen boten, schien hier Volksfeststimmung: Hunderte von jungen und alten Menschen vertrieben sich die Zeit in der Spätsommersonne. Aber der Schein trog. Anlass der Versammlung war eine danieder liegende Oberleitung. Der Besuch des anvisierten südlichsten Punktes Göttingen musste daraufhin schweren Herzens aufgegeben werden. Stattdessen ging es wieder hinein in den gerade verlassenen Zug und weiter ins Biwak nach Bad Gandersheim.

Am zweiten Tag zeigte sich bei den meisten Umrundern professionelle Routine, wenn es ums Ein- und Aussteigen, das Verstauen des Gepäcks oder die Suche nach freien Plätzen ging. Über Seesen und Braunschweig gelangte die Gruppe zum Bahnhof Wittingen, ein Anblick der sich wahrscheinlich auf Grund einer freizeitpädagogischen Maßnahme der Deutschen Bahn besonders einprägte. Hier, an einem Ort, an dem schon direkt neben dem Gleis Gras über Geschichten wuchs, die sich nie zutragen würden, lud die Fahrplanabteilung zu einer 45minütigen Meditationsübung ein. Wie weise diese Ruhephase im größeren Zusammenhang angelegt war, erschloss sich erst eine Stunde auf dem Bahnhof Uelzen, an dessen Gleisen es zu einer intensiven Begegnung mit jungen Heavy Metal Fans auf dem Weg ins gelobte Wacken-Land kam. Von Hamburg-Harburg aus war es nur noch ein Katzensprung hoch in den sandsturmgeschüttelten Norden nach Cuxhaven. Viel Zeit blieb nicht. Schnelle Fotos, ein bisschen posieren, Autogramme geben. Dann wurde wieder die Heimat angesteuert, begleitet von einer dicht gedrängten Menge, von denen viele nicht wussten, wer sich da erschöpft und durchgeschwitzt zwischen sie gemischt hatte.

Erfahrene In-Bahn-Spezialisten hatten sich skeptisch zu der Frage geäußert, ob die Elf- bis Vierzehnjährigen den Herausforderungen gewachsen sein würden. Aber es zeigte sich, dass sie doch über genügend Durchhaltevermögen und überdurchschnittliches Improvisationstalent verfügten, um mit unberechenbaren Klimaanlagen, misstrauischen Einbahnischen oder hastigen Umsteigemanövern fertig zu werden. So gab es während der Expedition immer wieder Aufmunterung und Respektsbekundungen für die Teilnehmenden. Einzig bedauerlich, dass die mitgeführten Glasperlen nicht gegen einbahnisches Kunsthandwerk getauscht werden konnte. So bleiben der Nachwelt lediglich die Tondokumente und „Lok“buchaufzeichnungen, ein paar verblichene Niedersachsentickets und Fotos der Umsteigebahnhöfe als Zeugnisse einer einzigartigen Reise.

Volker Austein

Siehe dazu auch: Und Tobi fuhr zum Regenbogen …