Offene Straßenkirche

Der Herbst steht schon wieder vor der Tür, die dunkle Jahreszeit beginnt, und deshalb werden unsere Kirchen – St. Nikolai in Edewecht-Mitte und die Martin-Luther-Kirche in Süddorf – ab 31.10.2011 tagsüber nicht mehr geöffnet sein. Für die vielen Helferinnen und Helfer des Schließdienstes beginnt die Winterpause. Für Ihren Einsatz sagt der Gemeindekirchenrat an dieser Stelle herzlichen Dank. Ihre Mühe hat sich auch dieses Jahr gelohnt, das zeigen die vielen Eintragungen in die Gästebücher.

Im nächsten Frühjahr ab April werden die Kirchen wieder für Besucher geöffnet sein.

Tag der Ehrenamtlichen

„Ehrenamtliches Engagement ist ein Echo der Dankbarkeit und Weitergabe der Liebe, die wir selbst erfahren haben“, hat der schottische Theologe Johannes Duns Scotus etwa zu der Zeit gesagt, in welcher unsere St. Nikolai-Kirche begründet worden ist (um 1300). Das gilt auch heute. Das beschlossene Kirchengesetz über den Dienst der Ehrenamtlichen schließt diese Erkenntnis mit ein und sagt einleitend: Eine lebendige Kirche lebt aus dem Engagement ihrer Mitglieder. Und so ist das auch in unserer Kirchengemeinde an allen Ecken und Enden zu spüren – im Guten wie im Schlechten!

Wo viele Hände gerne zupacken, entstehen Gemeinschaften, Kreise und Gruppen, blühen wiederkehrende Veranstaltungen auf, dort wird gesungen, herrschen Besinnlichkeit und Andacht, werden Trauer und Sorgen gemeinsam getragen. Und die gespürte Gemeinschaft lädt Außenstehende wiederum zum Mitmachen ein und spornt an. Aber ohne einen zündenden Funken, ohne Wertschätzung und ein Dankeschön zur rechten Zeit erlahmen auch die Tüchtigen.

Deshalb waren auch dieses Jahr am 23. August wieder Vertreter aller Gruppen, die Kirchenältesten, ChorleiterInnen, Organisten, Elternvertretungen, die Hauptamtlichen zum Tag der Ehrenamtlichen eingeladen. Nach einer Andacht, der Vorstellungsrunde und einem Dankeschön aus berufenem Munde standen aktuellen Informationen zur Lage der Kirchengemeinde auf dem Plan und es gab die Möglichkeit, bei einem herzhaften Imbiss Fragen zu stellen und sich auszutauschen.

„Jetzt ist die Zeit der Gnade …“ – Andacht von Pastor Achim Neubauer

Liebe Leserin, lieber Leser, manchmal ist es „zu spät“, dann ist der richtige Augenblick vertan. Es gibt keine Chance mehr, etwas wieder in Ordnung zu bringen. Wenn der Ernst der Lage nicht erkannt wird oder die Möglichkeiten, die eine bestimmte Situation bietet, nicht ergriffen werden, dann bestraft das Leben.

Das Schlimme ist, dass dieser Punkt meistens erst im Nachhinein erkannt wird. Es gibt diesen „point of no return“, den Punkt, von dem aus es keine Umkehr und keine Wiederkehr mehr gibt; den zu erleben, gehört zu den schlimmen Erfahrungen des Menschseins.

Zu viele Leute haben das schon erlebt. Am Ende ihrer Tage schauen sie dann enttäuscht und auch verbittert auf das Leben und die verpassten Möglichkeiten zurück.

Die Zeit, einander zu begegnen, um Verzeihung zu bitten, Gutes zu erzählen, für andere da zu sein, sich als treu zu erweisen, sich in der Krise zu bewähren, sich den anderen zu öffnen, zu besuchen, für die Kinder da zu sein, diese Zeit hat ihre Grenze.

„Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils“, schreibt der Apostel Paulus an die Christen in Korinth (2. Kor 6,2). Heute wird getan oder auch versäumt, was lebensrettend ist, was einem Menschen weiterhilft. Das Leben ist schön durch die Gnade Gottes. Paulus ist fest davon überzeugt, dass Gott mit dem Leben, Leiden und der Auferweckung von Jesus Christus ein für alle Mal seine vorbehaltlose Liebe und Freundschaft zu uns Menschen demonstriert und besiegelt hat. Nichts anderes bedeutet das Wort Gnade.

Dieser Liebe und Freundschaft gegenüber gilt es offen zu bleiben und entsprechend darauf zu reagieren. Das ist lebens-, das ist überlebenswichtig. Aber Gottes Gnade kann bei Christinnen und Christen ins Leere gehen, manchmal findet seine Liebe bei ihnen keinen Widerhall und keine Reaktion.

Natürlich sind Menschen oft gefangen in ihren Sorgen, in Gedanken und Verhaltensweisen, die ihnen selbst und anderen schaden. Es kann ja auch Angst machen, wenn apokalyptische Hungerkatastrophen, verheerende Naturereignisse und Kriege den Blick auf die Gnade Gottes verdunkeln. Das Leben hat mindestens zwei Seiten, findet statt zwischen Himmel und Hölle. Menschen können einander Engel, aber auch Teufel sein; sie vermögen Großartiges und sind zu Entsetzlichem fähig; Lust und Qual wohnen nahe beieinander. Christen bestreiten diese Realitäten nicht – und versuchen dennoch, mutig das Leben anzunehmen und es aktiv und hoffnungsvoll aus dem Glauben heraus zu gestalten.

Mitten im Alltag und am Sonntag, zwischen Trauer und Freude, zwischen guten Vorsätzen und neuem Scheitern gilt: „Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils.“

Es bleibt die Anfrage, ob es tatsächlich möglich ist, zuversichtlich und fröhlich zu sein, wenn nicht nur „Hören und Sehen“, sondern auch die Hoffnung vergeht. Paulus ist sich sicher: Ihm ist durch Jesus Christus klar geworden, dass es Gott – trotz allem und manchmal sogar gegen den Augenschein – gut meint: Der Allmächtige wird alles zu seinem Ziel bringen.

Dieses Bekenntnis bedeutet freilich nicht, dass sich nun das Leben in reiner Glückseligkeit auflösen würde. Wenn aber das eigene Geschick mit allen offenen Fragen vertrauensvoll in Gottes Hände gelegt wird, dann in dem Wissen, dass alle Menschen einen Funken der göttlichen Ewigkeit in ihrem Herzen tragen.

Das macht nicht fleißiger oder schöner, nicht reicher noch klüger, das Leben nicht automatisch einfacher; es macht einfach nur – menschlicher. Weiter werden wir es in diesem Leben nicht bringen können, aber mit weniger müssen wir uns nicht zufrieden geben.

Jede Freude und jedes Freudemachen, jedes Erleben wirklicher Liebe, jedes wirkliche Verstehen mit und ohne Worte, jede Linderung von Not, jeder Zipfel von Sinn in einem Meer von Sinnlosigkeit ist stärkendes Zeichen für die Zukunft Gottes, die verheißen ist und jetzt schon begonnen hat: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade!“

Mögen Sie behütet bleiben unter Gottes Segen!

Ihr Achim Neubauer

(Diese Andacht erschien in Kark un Lüe III/2011)

Ich schenk dir einen Sonnenstrahl …

Viele Sonnenstrahlen und sonnige Gesichter gab es an einem eigentlich regnerischen Sonntagmorgen im Juni in der Martin-Luther-Kirche in Süddorf. Hier fand ein Tauferinnerungsgottesdienst statt, an dem wir uns vom evangelischen Kindergarten Unterm Brückenbogen beteiligten und Pastorin Dettloff unterstützten.

Die Geschichte von Frederick

Es wurde viel gesungen, gemeinsam gebetet und sogar getauft. Jana, Lilly und Julian spielten mit uns zusammen die Geschichte von Frederick der Maus nach, die sich anstatt der Futtersuche lieber anderen Dingen widmete, wie z.B. dem Sammeln von Wörtern für stille Abende, Farben für graue, tristlose Tage und Sonnenstrahlen, um Licht und Freude ins Leben zu bringen. Die Kinder, die im Gottesdienst gefeiert wurden, hatten viel Glück und konnten sogar hautnah mitbekommen, wie eine Taufe abläuft, da sie an der eines neuen kleinen Gemeindemitglieds teilnehmen durften.

Vielleicht hat der eine oder andere sich dadurch ein kleines bisschen an seine eigene Taufe vor „gaaanz langer Zeit“ erinnern können.

Stephanie Burkhardt


Gemeindekirchenratswahl 2012

Alle sechs Jahre wird der Gemeindekirchenrat neu gewählt – das Leitungsorgan der Kirchengemeinde. Am Sonntag, den 18. März 2012 ist es wieder soweit: Dann sind die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden aufgefordert, die Kirchenältesten für die Zeit bis 2018 zu bestimmen.

Dem Gemeindekirchenrat in Edewecht gehören neben den Pastorinnen und Pastoren und vier berufenen Kirchenältesten zehn gewählte Mitglieder an.

Wer mindestens 18 Jahre alt ist und länger als drei Monate Mitglied der Kirchengemeinde ist, kann sich zur Wahl stellen. Können Sie sich vorstellen zu kandidieren? Oder kennen Sie Menschen, die Sie zur Kandidatur ermutigen möchten? Bis zum Endtermin zur Einreichung der Wahlvorschläge am 30. Januar 2012 ist es zwar noch etwas Zeit. Trotzdem sollten Sie schon jetzt die Gelegenheit nutzen und mit einem Mitglied des Gemeindekirchenrates oder des Pfarramtes zu sprechen. Dort erfahren Sie mehr über das Amt und alles Wichtige zur Kandidatur.

In Kark un Lüe werden wir regelmäßig über die Wahlvorbereitungen berichten. In dieser Ausgabe eröffnen wir die Beiträge zur Gemeindekirchenratswahl mit einem Gespräch über die Arbeit als Kirchenälteste.

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