Bau der Trauerhalle wird verschoben

Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Edewecht hat die Ausschreibung für den Neubau der Trauerhalle angesichts des Ergebnisses der ersten Ausschreibung aufgehoben. Die Ausschreibung hatte Mehrkosten in der Höhe von 110.000 EUR ergeben. Die Kirchengemeinde hält aber an dem Beschluss aus dem Jahr 2010 fest, dieses Bauvorhaben zu verwirklichen.

Neuer Anstrich für die alter Trauerhalle. Foto: v. Grone

Der Architekt Jens Helmerichs ist mit der weiteren Marktbeobachtung beauftragt worden. Er hält zu diesem Zweck enge Verbindung zur Bau- und Liegenschaftabteilung beim Oberkirchenrat in Oldenburg. Bei günstiger Preisentwicklung erfolgt eine erneute Ausschreibung. Außerdem soll der Architekt Einsparmöglichkeiten unter Beibehaltung des Entwurfskonzeptes untersuchen.

Als begleitende Maßnahme wird – wegen der zu erwartenden Verzögerung der Fertigstellung der neuen Trauerhalle – die Nutzbarkeit des Innenraumes der alten Leichenhalle durch Malerarbeiten unverzüglich verbessert.

 

Mitreißende Musik aus Ghana: Jubilee-Choir kommt nach Edewecht

Der Julibee-Choir aus Ghana kommt am 4. Oktober nach Edewecht. Foto: Norddt. Mission

Der „Jubilee-Choir“ (Jubiläumschor) der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in Ghana (E.P.Church) wurde anlässlich des Jubiläums „175 Jahre Norddeutsche Mission“ gegründet. Unter der Leitung von Kenn Kafui singen die 14 Mitglieder traditionelle und moderne afrikanische Kirchenmusik, zum Teil instrumental begleitet. Am 4. Oktober 2011 um 20 Uhr gibt der Chor ein Konzert in der St. Nikolai-Kirche in Edewecht!

Der Jubiläumschor zeigt mit seiner Musik eine afrikanische Perspektive der Geschichte und der heutigen Herausforderungen der Kirchen in Deutschland und Afrika. Die Lieder erzählen von der Begegnung der Kulturen vor über 150 Jahren, vom Beitrag der Mission für die Entwicklung und fragen nach dem Auftrag der Kirchen heute. Die Darbietungen verbinden traditionelle afrikanische Musik, wie sie die Missionare bei ihrer Ankunft antrafen, neo-traditionelle Musik, wie sie heute in den Kirchen gespielt wird und „afrikanische Kunst-Musik“, eine Mischung aus afrikanischer Musik und der der Missionare.

Die Chormusik wird sowohl a cappella als auch von verschiedenen traditionellen und modernen Instrumenten begleitet vorgetragen. Trommeln, Kalebassen-Rasseln und Keyboard spielen eine große Rolle, aber auch die „atentenben“ (Bambusflöte) und das Saiteninstrument „seprewa“.

Die meisten Lieder haben Texte in den lokalen afrikanischen Sprachen „Ewe“ oder „Twi“, einige Stücke sind auf Deutsch, Englisch oder Französisch übersetzt, damit sie auch gemeinsam gesungen werden können. Ein Großteil der Lieder ist extra für diese Konzertreise zum NM-Jubiläum vom Chorleiter und Mitgliedern des Chores komponiert worden.

Die Norddeutsche Mission (NM) wurde 1836 gegründet. Die aus der Mission hervorgegangenen Kirchen (Bremische Evangelische Kirche, Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo, Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, Evangelical Presbyterian Church, Ghana, Evangelisch-reformierte Kirche und Lippische Landeskirche) sind heute gleichberechtigte Mitglieder der NM.

Visionen für die Zukunft

Das zentrale siebenteilige Bild der Ausstellung

Nur gemeinsam haben wir eine Zukunft – das ist die Botschaft der Ausstellung, die im Mai 2011 im Haus der offenen Tür zu sehen war. Viele Besucher, besonders auch Konfirmanden diskutierten über die Collagen, Drucke und Gemälde, in denen junge Menschen aus Ghana, Togo und Deutschland gemeinsam ihre Visionen angesichts von Globalisierung und Umweltkatastrophe thematisieren. „5 vor 12“ ist es auf der Uhr, und nur ein geschwisterlicher Handschlag führt dazu, Gegensätze und Zerstörung zu überwinden: Was kann jeder einzelne zur Lösung der drängenden Probleme beitragen?

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Workcamps mit Jugendlichen aus Deutschland und Westafrika, in dessen Verlauf Teilnehmende aus Ghana unter der Leitung des Jugendpfarrers auch zu Gast in der Kirchengemeinde Edewecht waren.

Zur Eröffnung informierte Imke Martens, eine der Initiatorinnen, die diese Ausstellung nach Edewecht geholt hatten, über die Arbeit der Norddeutschen Mission. Die Veranstaltung wurde musikalisch vom Rock-Pop-Jazz-Projekt unter der Leitung von Manfred Saathoff begleitet.

 

Bilder von der Ausstellungseröffnung:

 

Auszüge aus der Ansprache von Imke Martens zur Ausstellungseröffnung:

„Zunächst einmal möchte ich kurz erklären, wie es dazu gekommen ist, das wir die Ausstellung „Visionen für die Zukunft“ nach Edewecht holen konnten. Zum einen gibt es dafür einen äußeren Anlass, nämlich den 175 Geburtstag der Norddeutschen Mission, kurz NM. Die NM ist wie viele wissen, „unser“ Missionswerk, sprich das Missionswerk, zu dem auch die Oldenburger Kirche gehört. Außer unserer Kirche gehören die Bremer ev. Kirche , die Reformierte Kirche, die Lippische Kirche, die ev.-presbyt. Kirche von Ghana und die ev.-presbyt. Kirche von Togo dazu. Seit einigen Jahren sind die beiden afrikanischen Schwesterkirchen gleichwertige Mitglieder (…)

Soweit der äußere Anlass. Der innere Grund – und daran werden sich einige von Ihnen erinnern – ist die Tatsache, dass wir im vergangenen Jahr für eine Woche eine kleine Delegation aus Ghana in Edewecht zu Besuch hatten. Zwei junge Erwachsene und der für sie zuständige Jugendpastor aus Ho/Ghana hatten einen Teil ihres Aufenthaltes im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung , die sogenannte Familienphase, in Edewechter Familien verbracht. Und nun haben wir sozusagen das Ergebnis dieser Jugendbegegnung  hier vor uns stehen und hängen.

Imke Martens erläutert den Hintergrund der Ausstellung

In gemeinsamer Verantwortung mit der Ev. Jugend Oldenburg (oder den entsprechenden Abteilungen der anderen Kirchen) organisiert die NM bzw. der dort zuständige Jugendbeirat, in regelmäßigen Abständen trinationale Jugendbegegnungen. Die Begegnung im letzten Jahr war die sechste. Manchmal sind die Umstände widrig, wie z.B. in dem Jahr der politischen Unruhen in Togo, als die togoische Schwesterkirche aus Sicherheitsgründen kurzfristig von der Verantwortung zurücktrat und die Ghanaische Kirche spontan eingesprungen ist. Die Jugendlichen aus Togo wurden über die grüne Grenze hin und her geschmuggelt. Oder es kommt vor, dass die Deutsche Botschaft aus unerklärlichen Gründen ein Visum verweigert, wie im letzten Jahr, als einer ghanaischen Jugendlichen ein bereits erteiltes Visum wenige Tage vor der Abreise wieder entzogen wurde.

In den letzten Jahren beschäftigten sich die jungen Leute regelmäßig mit dem Oberthema „Globalisierung und ihre Folgen“. Dabei gab es z.B. auch klassische Naturschutz-Programme zur Wiederaufforstung.

Im letzten Jahr wurde zum ersten Mal eine Annäherung an das komplexe Themengebiet mit Hilfe von kreativen Methoden  ausprobiert. Unter Anleitung einer Kunstpädagogin haben die Jugendlichen zunächst verschiedene Techniken gelernt – in Afrika gibt es keinen Kunstunterricht! – und sie können sehen, dass sie dabei durchaus Erfolg erzielt haben. Linolschnitt, Collage, Zeichnung in der Natur dienten der Vorbereitung für das große Gemälde. Die wesentliche Aufgabe der Kunstpädagogin bestand übrigens darin,  Scheu und Schüchternheit abzubauen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu wecken. Zur inhaltlichen Vorbereitung hatte die Gruppe übrigens u.a. das Klimahaus in Bremerhaven und ein Windenergie-Unternehmen besucht.

Es ist unschwer zu erkennen, welche Botschaft den Künstlerinnen und Künstlern unter den Nägeln brennt: Die Zeit läuft!

Versteppung von ehemals fruchtbaren Böden, grundlegende Klimaveränderungen, Trinkwassermangel und Landflucht sind nur einige der im Bild angesprochenen Themen. Das Paradies ist bereits nachhaltig gestört. Wir sitzen auf einer Zeit – Bombe und wir sind alle verantwortlich dafür, wie es weiter geht. Jede und jeder einzelne kann/muss etwas dazu beitragen, dass das empfindliche Gleichgewicht der Natur geschützt wird. Wir können die Uhr nicht zurückdrehen (…)

Was auch immer den Jugendlichen an Lösungen durch den Kopf ging: sie sind sich einig, dass es nur gemeinsam klappen kann. Dass es möglich sein muss, über Länder- und Kulturgrenzen hinweg das gemeinsame Interesse am Erhalt dieser Erde zu stärken. Und sie sind sich einig, dass wir dazu die Hilfe des Heiligen Geistes benötigen, weil wir es alleine nicht schaffen werden.

Eine gute und wichtige Möglichkeit an einer gemeinsamen weltweiten Basis zu arbeiten, ist die Begegnung, wo immer das möglich ist. Das gilt nicht nur für Jugendliche, sondern auch für uns Ältere, die wir oft festgefahren sind in unseren lebenserfahrungsbedingten Ansichten. Nur im Austausch lernen wir uns und die anderen kennen. Besonders beeindruckt hat mich die Aussage einer jungen Frau aus Ghana, die, nach einer zentralen Erfahrung in Deutschland gefragt, antwortete: ich habe gelernt, dass die einzigen Unterschiede zwischen uns unsere Sprache und die Farbe unserer Haut sind (…)“

 

Doris Jeddeloh verabschiedet

Dirk v. Grone verabschiedet Doris Jeddeloh als Leiterin des Kindergottesdienstes. Foto: U. Martens

Nach sechsjähriger Tätigkeit hat Doris Jeddeloh ihre Tätigkeit als verantwortliche Leiterin des Kindergottesdienstes an der St. Nikolai-Kirche in Edewecht beendet. In der gestrigen Sitzung des Gemeindekirchenrates im Gemeindehaus Süddorf sprach der GKR-Vorsitzende Dirk v. Grone Frau Jeddeloh den Dank der Kirchengemeinde aus und überreichte einen Blumenstrauß. Nachfolgerin von Doris Jeddeloh ist Sandra Martinez, die nach den Sommerferien die Leitung des Kindergottesdienstes übernimmt.

„Es macht Spaß, Verantwortung zu übernehmen“

Der Bus kommt um die Ecke. Die Türen öffnen sich. 30 Gesichter strahlen ihren Eltern entgegen, etwas müde vielleicht, aber glücklich. Wieder einmal ist eine Fahrt der Ev. Jugend vorüber. Wie funktioniert das eigentlich – Sommerfreizeit? Im Gespräch mit Mitgliedern eines Freizeitenteams blickt Kark un Lüe hinter die Kulissen.

Die Fahrt nach Göhrde ist eine der Edewechter Sommerfreizeiten in diesem Jahr. Zehn Ehrenamtliche stellen gemeinsam mit Diakon Volker Austein ein Programm für 30 Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren auf die Beine. Die Edewechter haben bereits Fahrten nach Göhrde organisiert und wissen daher, was sie vor Ort erwartet. „Wir können viele Aktivitäten draußen durchführen. Das Gelände ist dafür ideal“, berichtet Geeske Martens (17), die zum dritten Mal eine Kinderfreizeit begleitet. „Darum wird unser Thema in diesem Jahr auch viel mit Action und Abenteuer zu tun haben.“

Im Gespräch mit Kark un Lüe (v.l.): Geeske Martens, Lisa Wraase, Lennart Lehmkuhl und Marvin Timmermann. Foto: U. Martens

Seit März sitzt das Team an der inhaltlichen Vorbereitung. Was hat uns Spaß gemacht, als wir 12 waren? Was kommt gut an, welche Erfahrungen haben wir von früheren Freizeiten? Was möchten wir gern einmal ausprobieren? Das sind einige der Fragen, die am Anfang der Vorbereitung stehen – bis dann ein Thema gefunden ist, das der Freizeit den roten Faden gibt.

Schon im Herbst des letzten Jahres ist entschieden worden, wer zum Team gehört. Bei der Auswahl spielt der Diakon eine wichtige Rolle: Er kennt die Ehrenamtlichen und kann einschätzen, wer geeignet ist. So sind erfahrene Teammitglieder des Vorjahres wieder dabei, aber auch neue Teamer bekommen die Chance, Erfahrungen zu sammeln. Die Ehrenamtlichen können sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Neuen können den „alten Hasen“ über die Schulter gucken.

Selbstversorgung nicht Selbstzweck

Zwei Personen sind für die Küche zuständig – die Freizeit setzt auf Selbstversorgung. Sie kümmern sich um Einkauf und Rezepte. Dabei lassen sie sich im Vorfeld beraten, und sie können auf vielseitige „Kochbücher für Gruppen“ zurückgreifen. Vor Ort wird das Küchenteam jeweils um eine Gruppe von Teilnehmenden ergänzt. Die Selbstversorgung ist nicht Selbstzweck, sondern Teil des pädagogischen Konzeptes. Der Umgang mit Lebensmitteln und die Zubereitung von Mahlzeiten für andere ist für viele Kinder eine neue Erfahrung.

Ebenso wichtig für die Vorbereitung sind die pädagogischen Fragen: Was machen wir, wenn ein Kind Heimweh hat? Wann ist Nachtruhe? Diese und andere Fragen werden intensiv diskutiert und gemeinsam entschieden. „Trotzdem passieren auf der Freizeit Dinge, über die man so noch gar nicht nachgedacht hat, und auch da muss man richtig reagieren“, sagt Geeske, und Lisa Wraase (15), die auch zum dritten Mal dabei ist, ergänzt: „Es gibt kein Patentrezept, jedes Kind ist anders. Darum muss man sich immer neu auf die Situation einstellen“. Vor Ort sprechen sich die Teamer auch untereinander ab, wenn sie sich nicht sicher sind. Auch das ist der Vorteil des großen Teams.

Hilfreich sind auch die Teamsitzungen jeden Abend während der Freizeit. Dort werden organisatorische Dinge besprochen, aber auch Probleme, die aufgetaucht sind. Die gegenseitige Unterstützung gehört dazu. Ob der Umgang im Team gut funktioniert, registrieren die Eltern schon beim Info-Abend vor der Freizeit. „Das ist wichtig“, betont Lisa: „die Eltern sollen wissen, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind.“

Die Praxis kommt auf der Freizeit

Die Teammitglieder haben an Mitarbeiterschulungen teilgenommen und sind sehr gut vorbereitet. „Es ist wie in der Fahrschule“, erläutert Urte Harbers (16), die ebenfalls zum dritten Mal mitfährt. „Die Praxis bekommt man erst beim Fahren. In der Schulung werden die Grundlagen gelegt, und auf Freizeiten lernt man, das Wissen dann anzuwenden.“ Verantwortung übernehmen die Teammitglieder nicht nur für das Freizeitprogramm und die täglichen Andachten. Jeweils ein Teamer ist als Tagesleitung für den Ablauf eines Tages zuständig, und jeder übernimmt für die Kinder in einem Zimmer die Rolle des Ansprechpartners. Abends eine Geschichte vorlesen, sich die Erlebnisse des Tages erzählen – für die Kinder sind diese Teamer wichtige Bezugspersonen. Natürlich gibt es auch Nachtwachen, die am späteren Abend dafür Sorgen, dass die Kinder zur Ruhe kommen.

Auch das gehört zur Vorbereitung: Auswahl von Spielen für Schlecht-Wetter-Tage. Foto: U. Martens

Intensive Vorbereitungen, wenig Schlaf auf der Freizeit, aber viel Arbeit und Verantwortung: Was reizt die Ehrenamtlichen an dieser Aufgabe? „Es macht einfach Spaß, eine solche Fahrt zu organisieren“, sagt der 15-jährige Marvin Timmermann. Spaß und Neues auszuprobieren sind auch für die anderen wichtige Aspekte. „Man lernt etwas für das Leben“, sagen die Jugendlichen. Lennart Lehmkuhl (17) findet wichtig, dass man herausfindet, was man eigentlich alles kann, und mit seinen Stärken und Schwächen umzugehen.

Und wie ist es nun mit dem Heimweh? „Meistens hilft es schon, wenn man in den Kindern Vorfreude auf das Programm des nächsten Tages weckt“, sagt Lisa. Und so werden wohl auch in diesem Sommer wieder 30 Kinder aus dem Bus steigen, etwas müde vielleicht, aber fröhlich.

Uwe Martens

Seite 98 von 104«...10...96979899100...»