„und die Psalmensänger lobten Gott“ – Andacht von Stephan Bohlen

„Und die Psalmensänger lobten Gott mit ihren Stimmen, und alles war erfüllt von süßem Klang.“ (Jesus Sirach 50,18)

 

 

Gut klingt, was vom Gottesdienst im Jerusalemer Tempel zu lesen ist: Jubelnde Sänger und ein Klang, der den Raum wohlig füllt.
Das Bild auf dem Titel zeigt anderes: Die Orgel in der Mutterkirche unserer Gemeinde ist zerlegt. In zwei, drei Monaten wird das Instrument dann in neuem Glanz ertönen, Gott loben und alles mit süßem Klang erfüllen! Bis dahin wird ein Ersatzinstrument die Gemeinde bei ihren Gottesdiensten begleiten.

So eine Durststrecke zu erleben, ist gut, denn sie befeuert die Sehnsucht nach MEHR: Wie schön wird es sein, wenn die Orgel wieder da ist! Und: Ein solcher Verzicht macht deutlich, wie gut es uns geht. Drei Gotteshäuser, zwei Gemeindehäuser mit vielfältigen Angeboten für junge und alte Menschen, eine ev. Bücherei, Friedhöfe, ein Büro mit zugewandten und kompetenten Mit-arbeiterinnen, KiTas, Angebote für Kinder, Chöre und Musikgruppen, diverse Kreise, Feste und Aktionen das ganze Jahr über – usw. usf,… Es kann uns nur gut tun, durch eine vorübergehende Reparatur wie jetzt daran erinnert zu werden, dass es auch anders geht.

Zumal es anders werden wird. Unsere Kirche wird sich verändern – auch in Edewecht. Der kleine Verzicht jetzt mag uns ins Nachdenken bringen, was wichtig ist in unserer Gemeinde.

Der Gottesdienst bleibt die Mitte, um die sich alles andere anlagert. Hier ist die Quelle von Leben und Kraft, wird allsonntäglich in Dank, Bitte und Klage laut, was alle Tage das Leben betrifft, hier ist der Ort wo die Psalmensänger mit ihren Stimmen Gott loben, und alles erfüllt ist von süßem Klang.

Wir können uns mutig dieser Frage stellen und erwägen, was zu tun ist: Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Tim 1,7)

In diesem Sinne: Nutzen wir vertrauensvoll, was uns bleibend gegeben ist!

Ihr Stephan Bohlen

(Diese Andacht erschien in Kark un Lüe IV / 2019)

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