Andacht für den 12. April 2020 – Daniela Ludewig-Göckler (Petersfehn)

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Ostern buchstabieren!

 

So Vieles ist gerade anders! Wie schön, dass Manches auch bleibt. So wie in den Kirchen im Ammerland die Osterkerzen auch in diesem Jahr am Ostersonntag angezündet werden. Wir haben in der Petersfehner Kirche eine farbenfrohe Kerze: mit einem goldenen Kreuz, der aufgehenden Sonne, einem Schiff mit buntem Segel, mit der Jahreszahl 2020 und zwei Buchstaben: Alpha und Omega. Von A bis Z. Vom Anfang bis zum Ende. Schon vor aller Zeit war Gott da, heißt das, und er wird es bis zum Ende sein. Bei allem, was auf dieser Erde geschieht, begleitet uns Gott. So wie auch in diesen denkwürdigen Zeiten, in denen ein Virus unser Leben so komplett verändert. Gott ist dabei im ganzen ABC des Lebens.In der Passionszeit las ich ein schönes Gedicht von James Krüss, ein Oster-ABC. Aufgelistet in Reimform lauter Worte, die ihm zu Ostern einfielen. Ein heiteres Oster-ABC: Es singt von der Freude, vom Leben, vom Erwachen der Natur. Ostern. Wie würde ich das buchstabieren, frage ich mich. Und gleichzeitig denke ich: kann ich das buchstabieren? Ja, kann ich in Worten ausdrücken, was ich mit Ostern verbinde? Das übersteigt doch irgendwie alle Worte – ist mit Vernunft nicht wirklich zu fassen. „Jesus ist auferstanden!“ So bleibt es wohl immer auch ein wenig Gestammel, wenn es darum geht, die Botschaft von Ostern zu erklären. Die uns aber vielleicht genau deshalb berührt, anrührt und unser Herz trifft. Weil sie eben davon erzählt, dass bei Gott Unmögliches doch möglich ist.

Was wären also vor diesem Hintergrund treffende Worte für mein Oster-ABC?

Zu „A“ fiele mir natürlich Auferstehung ein und auch Aufbruch. Nach den traurigen Erfahrungen des Karfreitags ist ein Neubeginn möglich. Trauer kann verwandelt werden.
Damit zusammen hängt ein weiteres Wort: „H“, wie Hoffnung. Nach der Nacht geht die Sonne wieder auf. Auch wenn wir es manchmal nicht für möglich halten! Das Licht vertreibt die Dunkelheit.
Ja – „L“, wie Licht gehört zu Ostern, wie das „F“ für Freude! Freude, dass das Leben siegt!
Und dann noch das „O“ – wie offen! Das ist fast mein Lieblings-Osterwort! Das Grab ist offen! Der Stein ist weggewälzt! Der Stein, der schwer auf der Seele der Jünger liegt, weil sie mit der Kreuzigung meinten: nun ist alles vorbei. Dieser Stein ist weg!

Gott eröffnet neue Wege. Für mich klingt das nach Weite und Freiheit! Wonach wir uns ja in diesen Tagen auch so sehnen. Ohne Beschränkungen andere Menschen treffen. Ein persönliches Wort von Angesicht zu Angesicht wechseln. Das Gegenüber spüren! Zusammen Gottesdienst feiern! Das alles wird wieder möglich sein: darauf dürfen wir hoffen!

Als Zeichen der österlichen Hoffnung brennt das Licht der Osterkerze – auch in diesem Jahr! Der Herr ist auferstanden. Halleluja!

Mit herzlichen Ostergrüßen aus Petersfehn!

Ihre Pastorin Daniela Ludewig-Göckler

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