Andacht für den 23. April 2020 – Lars Dede (Kreispfarrer)

 

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In den Pausen steckt das Leben

Pausen sind schön. Ich erinnere mich an die gefühlt endlosen Autofahrten in den Urlaub mit meinen Eltern nach Schweden.
Auf Parkplätzen an der Straße wurde Pause gemacht. Und dann kamen die Hackfleischbällchen aus den Plastikdosen auf den Tisch, die Tomaten und der Tee. Pause bedeutete, durchzuatmen und sich zu stärken. Und damit verbunden, die Vorfreude auf das, was kommt.

Auch meine Tochter hätte in dieser Zeit gerne mal wieder eine Pause. Nicht, weil wir auf einer Reise in den Urlaub sind, sondern weil eine Pause für sie bedeuten würde, dass sie wieder zur Schule gehen und ihre Klassenkameraden treffen könnte.
Pausen sind schön und sie sind wichtig. Wer seine Arbeitsfähigkeit erhalten will, muss Pausen machen. In der Musik sorgen sie dafür, dass die Sängerinnen und Sänger Atem holen können.

Sie sind künstlerische Unterbrechungen – und doch auch ein entscheidender Teil der Musik selbst. Genauso ist es in einer guten Rede. Durch die Pause bekommt das, was vorher gesagt wurde mehr Gewicht und das, was folgt auch. Pausen sind keine Leerstellen. Sie sind Teil des Lebens. In ihnen ist das Leben.
Viele Menschen haben im Moment ein Gefühl als hätte jemand die Pause-Taste gedrückt. Nur gut fühlt es sich im Moment nicht an. Denn diese Pause ist anders. Weil wir sie nicht gewollt haben. Weil wir nicht wissen wie und wann es weitergeht. Und auch nicht wirklich wohin.

Im der Bibel ist mir diese Tage ein Wort begegnet, das mir zeigt, wie wir diese Pause so füllen können, dass sie nicht leer bleibt und gut wird.

Es steht in Psalm 62. Da heißt es:
Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.

Für mich heißt das: Es gibt es einen Teil in mir selbst, der zu Gott in Verbindung treten kann. Und damit das geschieht, braucht es Stille, eine Pause. Und in die Stille hinein die Ausrichtung auf Gott. Das kann ein Gebet sein, das Nachdenken über ein Bibelwort, das Lesen der Tageslosung, ein Lied, eine Kerze, das Hören eines Gottesdienstes, der mich zur Ruhe kommen lässt …

Und indem ich das tue, indem ich mich auf Gott einlasse, ihn zu mir sprechen und in mich hinein lasse, erfahre ich, dass Gott mir hilft. Er hilft mir, mich zurecht zu finden, Innezuhalten, aber auch mich zu engagieren, wo es nötig ist. In guten und in schweren Zeiten. In seiner Nähe finde ich Halt, Geborgenheit und Trost. Gerade jetzt.

Ihr Kreispfarrer Lars Dede

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