Andacht für den 02. Mai 2020 – Dorothee Testa (Zwischenahn)

 

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Im Galarock des heiteren Verschwenders

„Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend, über Land.“

So beginnt Erich Kästners Gedicht über den Monat Mai, der ja auch bei uns im Ammerland eine ganz besonders schöne Zeit ist: Überall stehen die Rhododendren in voller Blüte, ihre Farbenvielfalt und füllige Blütenpracht lassen uns jedes Jahr aufs Neue staunen und manche würden diesen „Blütenrausch“ am liebsten das ganze Jahr hindurch bewundern. Aber gerade die Vergänglichkeit macht die Farbenpracht so kostbar!

Also raus, sobald es das Wetter und die Zeit zulassen! Raus vor die Tür, auf den Balkon, die Terrasse, in den Garten, raus in die Natur. Auch ein Virus soll uns nicht davon abhalten, Gottes Schöpfung zu bestaunen, zu genießen und Freude daran zu haben. Gott schenkt uns Licht, Farben und Düfte für die Seele. Er zeigt uns, dass das Leben bunt ist, dass es selbst unter lebensfeindlichen Bedingungen den Asphalt durchbricht und als Löwenzahn oder Giersch (zum Ärger mancher Gärtner/innen) nicht tot zu kriegen ist.

Mit allen Sinnen können wir die frohe Osterbotschaft erleben: Gott ist der Liebhaber des Lebens! Jede Blume, jeder Strauch, jeder Baum lässt uns das sehen. Jedes Vogelgezwitscher lässt uns das hören, jede Spargelstange oder Erdbeere lassen und das schmecken, jeder Sonnenstrahl auf der Haut lässt uns das fühlen, und wer tief durchatmet wird ein Bild der Liebe Gottes auch im wunderbaren Duft der Maiglöckchen finden!

„Freuet euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl wert der Freud.
O was hat für Herrlichkeiten
unser Gott da ausgestreut.“

Das Lied von Philipp Spitta (EG 510) jubelt vor Freude über unsere Natur, Abbild der lebensschaffenden Größe und Liebe Gottes. Seine Liebe zu uns ist verpackt in Grün und Bunt, in Sonne und Mond, in Tag und Nacht. Jetzt und heute gehört dieses Geschenk ausgepackt. Und jeden Tag aufs Neue! So zieht die Osterbotschaft in unser Herz und Gemüt.

Ja, „die Kutsche rollt“, heißt es am Ende in Kästners Gedicht über den Mai. Die Zeit verrinnt unaufhaltsam und unwiederbringlich. Blüten verwelken, Lebenszeit ist begrenzt. Aber Gottes Osterbotschaft bleibt, überdauert alle Monate, Jahreszeiten und Menschenzeiten.

„Wenn am Schemel seiner Füße
Und am Thron schon solcher Schein,
o was muss an seinem Herzen,
erst für Glanz und Wonne sein!“

Die letzte Strophe des Liedes von Spitta weitet unseren Blick über unser Leben auf dieser Erde hinaus. Sie singt von der Hoffnung, dass Gottes Zukunft mit uns Menschen nicht aufhört und unsere Vorstellungen übertreffen wird.

Also raus, Gott erleben und Zukunft ahnen!

Diese Freude wünscht Ihnen von Herzen

Ihre Pastorin Dorothee Testa

 

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