Andacht für den 10. Mai 2020 – Thomas Perzul (Elisabethfehn)

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Singen oder summen?

Es ist Sonntag! In manchen Kirchen wird heute wieder Gottesdienst gefeiert, nach einer gefühlten Ewigkeit. Es wird sich anders anfühlen als im März vor dem Shutdown. An den Abstand gewöhnen wir uns, ans Händewaschen, an Gesichtsmasken… Vorsichtig bewegen wir uns wieder, beten gemeinsam an dem vertrauten Ort. Das wird guttun!Nur singen dürfen wir nicht, auch nicht an diesem Sonntag Kantate, der seinen Namen dem 98. Psalm entlehnt: „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ Also werden wir Gott vielleicht unser Lied zur Orgelmelodie summen. Hoffnungsvoll, ein wenig trotzig und doch voller Gottvertrauen.

Bei all den Schwierigkeiten und Nöten, die uns bewegen, weil dieses Virus unser Leben so schwermacht, haben wir doch allen Grund, Gott zu loben.

Und da, wo wir Not haben, verzweifelt sind, da dürfen wir singen, summen oder pfeifen, weil Gott Wunder tut, uns immer wieder hoffen lässt. Heute Morgen in der Kirche ist es nicht gestattet zu singen, um meine Nachbarin, meinen Nachbarn in der Bank neben oder vor mir zu schützen. Schade, aber okay.

Doch auf dem Weg nach Hause, bei einer Radtour am Nachmittag… kann ich Gott lauthals mein Lob singen. Das tut mir gut, vielleicht auch den Menschen, die sich in ihrem Garten sitzend wundern, wer da singend vorbeifährt. „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ Die Aufforderung aus Psalm 98 beschränkt sich nicht auf die Gottesdienste in unseren Kirchen.

Tja, und was singen wir? Da hat wohl jede und jeder SEIN Lieblingslied, seine Melodie – die muss ja nicht immer zu 100% mit dem Text im Gesangbuch übereinstimmen. Da kann man auch mal kreativ umdichten.

In unserer Christuskirche wird heute eine Melodie zu hören sein:

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde,
du Quelle des Lebens, dir sing ich mein Lied.

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben
von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst,
du Hüter des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Ich sing dir mein Lied, in Ihm klingt mein Leben.
Die Tonart, den Takt hast du mir gegeben
von Nähe, die heil macht – wir können dich finden,
du Wunder des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Also singen, summen wir Gott unser Lob, laut oder leise, egal! Aber von ganzem Herzen.

Bleiben Sie behütet!

Ihr Pastor Thomas Perzul

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