Andacht für den 24. Mai 2020 – Kerstin Grusemann-Wahl (Apen)

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Worte

Anfang diesen Jahres habe ich für eine kleine Weile den Konfi-Unterricht  für die Vorkonfirmanden in Augustfehn übernommen. Bei unserem Treffen im Januar ging es um die Schöpfungsgeschichte. Im Laufe des Vormittags haben wir uns über die einzelnen Schöpfungstage unterhalten und daraus ein wunderbares Legebild entwickelt. Auch die naturwissenschaftlichen Theorien zur Entstehung der Welt kamen zur Sprache. Ganz schön spannend, über welche Themen ich mich mit ihnen unterhalten konnte.

Ziemlich zum Schluss der Einheit fragte dann eine Konfirmandin in die Runde: „Wer hat eigentlich die Worte erfunden? Kommen die Worte auch von Gott? Und wer hat eigentlich bestimmt welches Wort für welchen Begriff steht?“
Worte. Jeden Tag sprechen wir sie. Worte können liebevoll sein, Trost spenden, ermutigen und stärken. Sie können begeistern und leidenschaftlich sein. Worte können aber auch verletzen, Angst machen, lähmen und zerstören. Sie können wie Giftpfeile sein. Worte lösen in uns Erinnerungen, Gefühle, Bilder und Vorstellungen aus. Und Worte sind mächtig. Viele machtvolle Worte wurden im Laufe unserer Geschichte schon gesprochen. 

Und manchmal fehlen uns einfach die Worte. Weil wir sprachlos vor Glück sind oder auch erschrocken oder verletzt. Und gerade in der besonderen Zeit in der wir uns befinden fehlen uns die Worte. Wir können nicht persönlich miteinander sprechen, sondern nur per Telefon oder virtuell. Durch die Corona-Krise wird es uns noch einmal mehr bewusst, wie wichtig uns Gespräche sind. Die Worte sind, die wir mit anderen Menschen wechseln.

Hören und gehört werden. Diese Erfahrung tut jedem Menschen gut. Heute feiern wir den Sonntag Exaudi. Die Bezeichnung für den heutigen Sonntag stammt aus Psalm 27: Höre meine Stimme, Gott. Vielleicht könnte man auch sagen: Höre, meine Worte, Gott. Wir können sicher sein, Gott hört unsere Worte, auch die, die uns gar nicht über die Lippen kommen.
Gottes Ohren sind weit offen. Offen für alles, was uns bewegt. Ich höre dich und ich bin für dich da sagt er uns zu. Ich sorge für dich. Wir dürfen ihn beim Wort nehmen.

Um noch einmal auf die Konfirmanden zurück zu kommen. Über die Frage der Konfirmandin haben wir eine Weile gesprochen und versucht, sie für uns zu beantworten. Eine Idee ist daraus entstanden. Und die ist…Ein neues Wort zu erfinden. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr eine Abschluss-Konfi-Fahrt für sie geben wird, die ich begleiten darf. Ich bin gespannt, ob es dann ein neues Wort gibt, das über ihrer Konfi-Zeit steht. 

Bleiben Sie behütet
Ihre Kerstin Grusemann-Wahl

 

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