Wo dein Herz ist – Andacht von Pastorin Regina Dettloff

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz!“ (Mt 6,21) Das ist die Monatslosung für den Monat Juli. Und zugleich ist es das Motto des Ev. Kirchentags vom 1. – 5. Juni in Dresden.

Hätten Sie Lust, sich auf den Weg zu machen nach Dresden. Würde es Sie locken, ein paar Tage unter Hunderten von Christen aller Altersstufen diese wunderbare Stadt mit der wieder aufgebauten Frauenkirche zu besuchen, Gottesdienste zu feiern, zu singen, neue Leute kennen zu lernen, zu beten, zu lachen, nachzudenken, zu diskutieren, zu gucken?

Egal, ob sie jetzt mit JA oder mit NEIN antworten, die Antwort wird immer eine sein, die Ihr Herz betrifft. Haben Sie ein Herz für schöne Städte? Haben Sie ein Herz für große Veranstaltungen? Liegt ihnen Ihr Glaube am Herzen? Sind Sie neugierig auf die Vielfalt der Kinder Gottes, auf die Vielfalt von Glaubenserfahrungen? Feiern Sie gerne Gottesdienste? Möchten Sie über Ihren Glauben oder überhaupt über den Glauben nachdenken, sich Impulse holen, sich mit anderen austauschen? Wünschen Sie sich eine besondere Begegnung mit Gott, die Ihnen im Leben weiterhilft? – Dann wird der Kirchentag Sie interessieren, auch wenn Sie nicht hinfahren. Fazit: Ihr Herz ist es, das Sie leitet. Die Frage ist nur, woran hängt ihr Herz?

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz, sagt Jesus. Drehen wir den Satz doch mal um – dann wird daraus eine Art Messlatte: Woran du dein Herz hängst, da ist dein Schatz! Woran hängen wir denn im Grunde unser Herz, jedenfalls die meisten von uns: Doch hoffentlich vor allem erst mal an die, die wir lieben! An den Menschen z.B. dem wir den Titel „mein Schatz“ verleihen. An unsere Kinder, unsere Geschwister, Freunde, Nachbarn.

Und erst dann, das wünsche ich Ihnen jedenfalls, an das, was wir lieben: unsere Arbeit, unser Haus, unser Garten, unsere Erfolge oder unsere Geltung in der Welt. Und erst ganz zuletzt, das wäre wünschenswert, sollte das Herz hängen an Schmuck, oder Wertpapieren. – Und wenn es denn schon bloß Dinge sind, an denen unser Herz hängt, dann sind es doch hoffentlich eher Erbstücke oder Fotos: Der Anhänger vielleicht, den Oma schon trug. Die Uhr von Opa. Das Kinderfoto samt Familie anno dunnemals. Der Strampler vom mittlerweile 25jährigen Sohn. Sein erstes Bild mit Strichmännchen. Das Familientaufkleid. Das Werkstück, das gut gelungen ist. Die Kuckucksuhr an der Wand oder das alte Fahrrad im Stall. Bei den meisten von uns hängt das Herz an etwas, das mit der Liebe zu tun hat. Da ist unser Schatz: Wo die Liebe ist! Da ist unsere Erfüllung: Wo die Liebe ist! Jesus nennt das die >Schätze im Himmel< und meint damit Selbstlosigkeit, Vertrauen, Hingabe, Freundschaft, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Güte, Zuverlässigkeit; Gerechtigkeit; Frieden und noch manches mehr.

Nun haben diese „himmlischen Schätze“, die ja aus Liebe geboren sind, aber ein Problem: Man kann sie nicht festhalten! Liebe ist ständig in Bewegung, lebt nur in der Gegenwart und – sie macht uns so unglaublich verletzlich. Liebe bedeutet, den anderen gehen zu lassen oder so sein zu lassen. Liebe bedeutet oft genug Loslassen. Aber genau das wollen wir oft nicht.

Ein Teil von uns möchte gerne festhalten, möchte Unvergänglichkeit, Sicherheit, vielleicht auch Macht oder Ansehen, oder Erfolg im Beruf. Da bekämpfen sich ehemals Liebende, weil sie den anderen behalten wollen. Da ersticken Eltern ihr Kind in Fürsorge. Da wird die Arbeit zur Sucht, der Erfolg wichtiger als die Familie. Da wird das Erinnerungsstück zum Heiligenbild, zum Fetisch, zur persönlichen Reliquie. Oder der Kontostand wird zum Lebensinhalt. – Und wo das geschieht, passiert genau das Gegenteil von dem, was man ursprünglich wollte: Man wollte die Liebe festhalten – und indem man das versucht, wird man lieblos. Die Liebe findet kein Zuhause mehr. Man hängt sein Herz an weltliche, an vergängliche Güter – und verliert sich darin.

Was soll ich Ihnen nun noch sagen? Vielleicht das: Folgen Sie ihrem Herzen, auch wenn schwer ist. Bleiben Sie innerlich beweglich, großzügig, offen, lebendig, freundlich. Dann muss weder das Gestern Sie gefangen nehmen, noch das Morgen, weder Besitz noch irgendetwas auf der Welt. Dann gehört Ihnen alles von selbst, sogar der Himmel – und Sie werden reich.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Ihr Herz Sie in diesem Sommer an viele schöne Orte führen möge – vielleicht ja auch auf den Kirchentag in Dresden. Dass Sie dort oder wo auch immer Sie sind, reich werden an himmlischen Tagen und Momenten und Begegnungen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich zwar erfreuen können an ihrem weltliche Besitz, dass der aber nicht ihr Leben bestimmt. Und: Dass sie loslassen können. Dazu gebe Gott Ihnen seinen Segen.

Ihre Regina Dettloff

(Diese Andacht erschien in Kark un Lüe II/2011)

Fairer Kaffee im HOT

Die Gemeinde trinkt fair: GKR-Vorsitzender Dirk v. Grone, Diakon Volker Austein, Imke Martens vom Eine Welt e.V., Pastor Achim Neubauer und Küster Bernd Kieler (v.l.) - Bild: Uwe Martens

„2000 Gemeinden trinken fair“: An dieser Aktion von „Brot für die Welt“ beteiligt sich auch die Kirchengemeinde Edewecht. Der Gemeindekirchenrat hat beschlossen, bei Veranstaltungen im HOT nur noch fair gehandelten Kaffee auszuschenken. Dafür hat die Gemeinde die Teilnahme-Plakette erhalten, die seit einigen Wochen links neben dem Eingang zum HOT zu finden ist. Insgesamt machen übrigens schon weit mehr als 2000 Gemeinden im ganzen Bundesgebiet bei dieser Kampagne mit.

Ferien im HOT

In den Sommerferien vom 10. Juli bis zum 14. August 2011 ist das Haus der offenen Tür (HOT) für alle Gruppen mit Ausnahme der Anonymen Alkoholiker geschlossen. Sonderregelungen einzelner Gruppen sind mit den Teilnehmenden abgesprochen.

St.-Nick-Gospel-Singers on Tour

Übungswochenende in der Jugendherberge

Wir waren richtig runter gekommen. Nach einigen wirren Monaten war der einst so stolze Gospelchor der Evangelischen Kirchengemeinde Edewecht fast am Ende. Die eiserne Gruppe war klein geworden und hatte sich vorgenommen, die bittere Zeit durchzustehen, zuletzt auch ohne Chorleiter.

Seit Mai des letzten Jahres haben wir – welch ein Glück – einen Neuen. Der Neue ist eine Frau, und was für eine! Jeannine Dietze ist unser Sechser in der Lotterie der Chorleiter. Wegen ihrer Mutterrolle ist ihr die Schule abhanden gekommen, aber an jedem Mittwoch hat sie jetzt uns, und zwar in Klassenstärke. Die Übungsabende machen wieder Spaß, die Stimmung im Chor ist wieder gut. Wir alle haben ein gutes Gefühl, einige alte Chormitglieder sind wieder gekommen, viele Neue sind dabei.

Für ein sehr intensives Übungswochenende im März ist der Chor in die Jugendherberge nach Leer gefahren. Gut versorgt vom Personal ging es abends in die erste Probe. Zuerst haben wir uns mit kleinen Übungen und Zungenbrechern warm gesungen. Auf unserem Programm standen diverse schon einstudierte Stücke. Außerdem hatten wir uns vorgenommen, vier neue afrikanische Gospel zu erlernen.

Am nächsten Morgen ging es mit einer nach Geschlechtern getrennten Stimmprobe weiter. Dann haben wir fünf Gruppen gebildet, um für das geplante Konzert Textbeiträge oder Pantomimen zu erarbeiten, die zwischen den Liedern vorgetragen werden sollten. Jedes Chormitglied hatte eine Aufgabe, jeder sollte etwas dazu beitragen. Es ist schon erstaunlich, was einem da in den Sinn kommt.

Die Sänger und Sängerinnen bei der "Arbeit"

Nach der Mittagepause arbeiteten wir am Thema Ausdruck und Wirkung. Dazu bildete der Chor zwei Gruppen. Jede Gruppe sang der anderen in Choraufstellung etwas vor. Die „Zuhörer“ sahen ihr Spiegelbild singen, und es wurde uns klar, was jeder an seinem Ausdruck verbessern musste.Abends konnten wir uns wieder locker machen bei einem Trommelworkshop mit Komi Amefiohoun. Der Musiker kam mit 17 Trommeln. Die zu schlagen war genauso schwer wie seinen Namen auszusprechen. Er hat uns mit viel Freude den Rhythmus und das Popowackeln beigebracht. Es war ein schönes gemeinsames Erlebnis voller Fröhlichkeit und Konzentration.

Am Samstag Vormittag haben dann die Gruppen ihre Textbeiträge und Pantomimen vorgestellt. Es war beeindruckend und erstaunlich, was jede Gruppe erarbeitet hatte. So gut vorbereitet konnten wir beruhigt in unser geplantes Konzert gehen.

Der Chor ist wieder da, und das haben wir unserer neuen Chorleiterin zu verdanken. Sie hat es in mühevoller Arbeit geschafft, dass wir uns auf jeden Mittwochabend freuen. Neue Mitglieder sind uns jederzeit herzlich willkommen.

Gerd van Düllen

Neues pflegeleichtes Urnengräberfeld

Das Bedürfnis nach würdiger Bestattung, ohne die Angehörigen mit der Grabpflege zu belasten, wächst. Da für christliche Kirchen als Friedhofsträger die sog. anonyme Beisetzung nicht in Frage kommt, werden immer häufiger „pflegeleichte Gräberfelder“ angeboten. Pflegeleichte Gräberfelder erfüllen den Hauptzweck, der hinter Fragen nach anonymer Beisetzung steht: sie werden über die gesamte Ruhezeit komplett von der Friedhofsverwaltung gepflegt; zugleich wird die volle Anonymität dadurch vermieden, dass die Namen der Beigesetzten an einem zentralen Trauerort auf dem betreffenden Gräberfeld aufgelistet sind (z.B. auf einer Stele).

In dieser Sache hat sich der Gemeindekirchenrat vom Beauftragten für Friedhofsangelegenheiten der Zentralen Kirchenverwaltung Oldenburg, Pastor i.R. Dierken, beraten lassen und hat beispielhafte Lösungen auf Friedhöfen im Ammerland und in Oldenburg besichtigt. Die Federführung hatte der Vorsitzende des Friedhofsausschusses Michael Gloede. Ihm ist zu verdanken, dass dieses Projekt vorangetrieben worden ist und seit dem 1. Mai auf dem Eschfriedhof das erste pflegeleichte Gräberfeld in Betrieb genommen werden konnte. Dazu ist der auf dem Eschfriedhof gewählte Platz durch Pflasterung, Einfriedung und Aufstellen einer ersten Stele aufwendig hergerichtet worden. Die ersten Urnenbeisetzungen haben bereits stattgefunden.

Zugleich trat die überarbeitete Friedhofssatzung in Kraft. In dem neuen Paragraf 14 werden Einzelheiten geregelt:

§ 14 Pflegeleichte Urnengemeinschaftsgräber im Rasenfeld:

(1) Urnengemeinschaftsgräber sind Grabstätten mit einem eingeschränkten Nutzungsrecht, die der Reihe nach belegt und erst im Todesfall für die Dauer der Ruhezeit zur Beisetzung abgegeben werden. Sie werden nicht einzeln gekennzeichnet (Urnengemeinschaftsgrab) und dienen auch nicht der individuellen Gestaltung.

(2) Mit dem Erwerb des eingeschränkten Nutzungsrechtes ist die Namensaufführung des Verstorbenen (Vorname, Name und Sterbejahr) in der dafür vorgesehenen Namensstele verbunden.

(3) Die Pflege der Gemeinschaftsgrabanlage obliegt dem Friedhofsträger. Blumenschmuck oder Trauerkränze dürfen nur an der Namensstele abgelegt werden. Ausgedienter Grabschmuck wird in regelmäßigen Abständen vom Friedhofsträger entfernt.

Gleichzeitig wurden die Urnenbeisetzungsmöglichkeiten durch je ein neues Urnenfeld für Wahlgräber in Edewecht (neuer Friedhof) und in Süddorf erweitert.

Mit diesen Erweiterungen hat die Kirchengemeinde als Träger der Friedhöfe in Edewecht, Süddorf und Westerscheps einen weiteren Schritt für die würdige Totenruhe getan.

(Dirk v. Grone)