Grundwasserprobleme auf dem Alten Friedhof: Weitere Beratungen notwendig

Großer Andrang im Haus der offenen Tür: Rund 130 Interessierte versammelten sich am vergangenen Donnerstag, 7. März 2013, zu einer Informationsveranstaltung über die geplante Änderung der Nutzungsordnung des Alten Friedhofs.

Überwiegend Nutzungsberechtigte für Gräber auf dem Alten Friedhof waren der Einladung gefolgt, aber auch die drei Pastor/innen der Kirchengemeinde, Kirchenälteste, Ratsmitglieder und der Leiter regionalen Kirchenverwaltung in Westerstede waren anwesend. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates Dirk v. Grone und allgemeinen Informationen zur rechtlichen Stellung der Edewechter Friedhöfe berichtete Michael Gloede, Vorsitzender des Friedhofsausschusses, über die Problemlage auf dem Alten Friedhof. 

Seit rund zehn Jahren macht der ansteigende Grundwasserstand Probleme und wirkt sich nachteilig auf die technischen Beisetzungsvorbereitungen und auf den Abbau der Särge aus. Regelmäßig erfahren Angehörige erst am Tage der Trauerfeier und geplanten Beisetzung, ob der Sarg eingebracht werden kann. Die bisher getroffenen Maßnahmen, nämlich Wasserstandbeobachtungen mit vier eingebauten Messstellen sowie das Abpumpen aus den ausgehobenen Grabstellen, hatten nicht den erwarteten Erfolg.

Michael Poloczek, zuständiger Fachmann aus der zentralen Kirchenverwaltung in Oldenburg, machte deutlich, dass viele Friedhöfe von diesem Problem betroffen sind. Er schilderte konkret die Probleme mit so genannten Wachsleichen. Diese entstehen dort, wo Grundwasser die notwendige Sauerstoffzufuhr unmöglich macht und den natürlichen Abbau verhindert. Deshalb ist Abhilfe dringend erforderlich.

Als Lösungsmöglichkeiten sind die Absenkung des Grundwasserspiegels durch eine Drainage und die beschränkte Schließung  (Verbot von Erdbestattungen, dafür Öffnung für Urnenbeisetzungen) untersucht worden. Wegen der Bodenbeschaffenheit mit einer starken Lehmschicht ab zwei Meter Tiefe ist eine Drainage nicht wirkungsvoll und wegen der engen Raumverhältnisse auf dem historischen Grund auch nicht wirtschaftlich.

Die Anfragen aus dem Nutzerkreis erbrachten einige Aspekte, die in den internen Beratungen nicht oder noch nicht ausreichend berücksichtigt worden sind. Ein letzter Vorschlag war, die Möglichkeit einer nicht ganz so aufwändigen Ring-Drainage durch einen Gutachter technisch prüfen zu lassen.

In einem ersten Fazit gleich nach der Veranstaltung waren sich Dirk v. Grone, Michael Gloede und Michael Poloczek darin einig, dass der Gemeindekirchenrat in seiner bereits einberufenen Sitzung am 13. März 2013 zunächst die vorgetragenen Einwendungen und Nachfragen beraten sollte, bevor über die Änderung der Nutzungsordnung beschlossen wird.

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