Religiöse Erziehung im Kindergarten

Ein Bild von Gott

Kinder gestalten ihr Bild von Gott

Mit Kindern über Gott ins Gespräch zu kommen, ist nicht schwer. Kinder entwickeln ihre eigenen Vorstellungen und Gottesbilder. Sie bilden ihre Vorstellungen aus, in dem sie sich mit verschiedenen Geschichten, Liedern und in Gebeten mit Gott und Jesus und ihrem Handeln und Wirken auseinandersetzen. Die biblischen Figuren handeln nach christlichen Werten und Vorstellungen und bieten den Kindern so Identifikationsmöglichkeiten und Richtlinien für ihr eigenes Handeln. 

Gerade im evangelischen Kindergarten bieten wir den Kindern die Zeit und den Raum, ihre religiösen Fragen, Auffassungen und Gefühle frei zu äußern. Es gibt viele Situationen im Kindergartenalltag – erst recht beim Erzählen von biblischen Geschichten – , die uns Erwachsene einerseits verblüffen und verwundern und andererseits sprach- und hilflos machen können. Kinder sprechen oft intuitiv zentrale theologische Grundfragen an.

Um mit den Kindern in eine Auseinandersetzung gehen zu können, ist deshalb der eigene Umgang mit dem Glauben und mit Glaubensinhalten für jede Erzieherin wichtig. An Teamtagen, bei der Jahresplanung und bei Fortbildungen sind religiöse Themen deshalb fester Bestandteil.

Von der Kindergartenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg werden jedes Jahr verschiedene Fortbildungen zu religionspädagogischen Themen angeboten. Unter diesen Angeboten findet sich auch eine Langzeitfortbildung der Landeskirche Hannover, an der in jedem Durchgang auch einige Erzieherinnen der Oldenburgischen Landeskirche teilnehmen können. In diesem Jahr haben wir das Glück und dürfen diese Fortbildung besuchen. Da wir bereits lange Jahre in den Kindergärten religionspädagaogisch gearbeitet haben, wurde es für uns Zeit, neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln zu dürfen, neue Ideen und Hintergründe zu erfahren und, was natürlich besonders wichtig ist, einen Austausch mit verschiedenen Kolleginnen zu bekommen. In insgesamt 5 Kurswochen und 5 Regionalgruppentreffen stehen Themen wie die Bibel, Ausdrucksformen des Glaubens, mein Weg zum Glauben und vieles mehr auf dem Programm.

Zwei Kurswochen durften wir bereits erleben und sind danach voller Ideen und mit vielen Eindrücken wieder in unsere Kindergärten gekommen. Besonders nachhaltig beeindruckt hat uns das Thema „Gottesbilder bei Kindern“. Dies wollten wir in unserer Praxis mit den Kindergartenkindern unbedingt umsetzen und mal hören, was unsere Kinder überhaupt über Gott wissen und wie Gott für sie aussieht. In Angeboten und beim Kirchenbesuch haben wir die Kinder also direkt gefragt: Was weißt du über Gott? Die Antworten waren vielfältig und erstaunlich. Aber eins hatten alle gemeinsam: Sie spiegelten einen lieben, fürsorglichen und zugewandten Gott.

Gott hat alle lieb, Gott schenkt uns das Essen, Gott trägt uns wie ein Schiff im Sturm, Gott wohnt auf dem Baum, Gott kann fliegen sind nur einige Antworten.

Besonders spannend war es für uns, zu sehen, welche Symbole die Kinder mit Gott assoziieren. Oder wissen Sie, wie ein Motorrad Gott symbolisieren kann? Für die Kinder keine Frage, Gott ist schnell. Weitere Symbole, die die Kinder für Gott gefunden haben, sind unter anderem ein Seil, eine Glocke und eine Legotür. Welche Bedeutung diese Gegenstände haben? Das dürfen Sie sich alleine überlegen, wir sind uns sicher, dass auch Ihnen spannende Erklärungen einfallen.

Wir freuen uns nun auf neue Eindrücke, Ideen und Anregungen in der nächsten Kurswoche.

(Bärbel Seidel und Anja Bredehorn)

 

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