Edewecht trifft Kalkutta

Nikolaimarkt_2013Edewecht trifft Kalkutta – oder auch Sari trifft Ammerländer Tracht! Oder: Ostfriesentee trifft Chai! So lautet in diesem Jahr das Motto des Nikolaimarktes der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Edewecht, der am Sonntag, 6. Oktober 2013 stattfindet. Seit mehr als drei Jahrzehnten unterstützt die Gemeinde mit dem Erlös dieses Gemeindefestes wohnungslose Witwen in einem der Slums rund um Kalkutta.

Begonnen wird um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der St. Nikolai-Kirche. Danach zeigt sich das Haus der offenen Tür von seiner besten Seite. Bis 17 Uhr gibt es ein buntes Programm für Jung und Alt. Altbewährtes wie Handarbeiten, Kekse, Liköre und Marmeladen sind ebenso zu finden wie ein „Upcycling“-Angebot der Jugendarbeit. Die Gäste können sich in die Methode des Sari-Wickelns einführen lassen, an einem großen Glückssymbol  mitmalen und bei einer Dienstleistungstombola gewinnen. Bücherkeller und Kindergottesdienst präsentieren ihr Angebot, die Kindergärten bieten nicht nur Spaß für die Kleinen sondern mit ihrem Chor unter der Leitung von Ina und Ralf Behrens auch Hörvergnügen für die Großen.

Indische Gerichte für die einen und Pommes und Bratwurst und Kuchen für die anderen werden hoffentlich niemanden hungrig zurücklassen. Auf ihre Kosten kommen alle Teefans: Tee-Spezialitäten von Indischem Chai bis Ostfriesentee wollen probiert werden. Auch Gewürzliebhaber/innen sollten sich im HOT einfinden: am Stand des Weltladens kann sich jede/r eine eigene Curry-Mischung mörsern.

Mit einem Infotisch dabei ist Ilse Treder von der deutschen Kalkuttagruppe – sie wird von der letzten Inspektionsreise im Februar 2013 nach Kalkutta berichten und neue Fotos im Gepäck haben.

Ihren Ursprung hat das Engagement der Kirchengemeinde für Kalkutta in den persönlichen Erfahrungen einer Edewechterin, die bei ihren Besuchen in Kalkutta dem Elend nicht tatenlos zusehen wollte. Mittellos und von der Gesellschaft geächtet, lebten die Witwen mit ihren Kindern am Rand der Bahngleise. Die Chancen für eine Verbesserung des Lebensalltags durch Bildung, ärztliche Versorgung  oder Verdienstmöglichkeiten waren gering. Auch die Kinder wuchsen ohne Perspektive auf, ein Leben mit gesichertem bescheidenen Unterhalt – womöglich sogar außerhalb der Slums – war für sie nicht denkbar. Christiane Reinke, so hieß die oben erwähnte Edewechterin, wollte das nicht hinnehmen. Vor Ort traf sie auf Mohammed Alamgir, Sozialarbeiter und Leiter der Dachorganisation UBDA für die Koordination der Hilfsprojekte. Gemeinsam stellen sie die Weichen für ein Unterstützungssystem, in das dann auch die Deutsche Kalkuttagruppe und durch deren Mitglieder die Kirchengemeinde in Edewecht einbezogen wurde.

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